Rücksichtsvolle Gewalttaten: Hulk: Leib gewordenes Erdbeben
VON MARK LEDERER - zuletzt aktualisiert: 12.08.2003 - 09:48Im Mai 1962 betrat ein grüner Muskelberg die Szene: Ein paar Wochen vor Spider-Mans erstem Auftritt mischte Marvels liebenswert wütender Hulk die Comicwelt auf. Jetzt, etwa 40 Jahre später, erscheint parallel zum erfolgreichen Kinofilm auch das Computerspiel.
Sein Schöpfer Stan Lee erfand den monströsen Superhelden nach der treffsicheren Formel: "Er wollte niemandem weh tun, tat es aber trotzdem", kommentierte Marvel-Boss Lee. So wie bei Dr. Jeckyll & Mr. Hyde verwandelt sich Dr. Bruce Banner in ein mächtiges Monsterwesen und findet nach einiger Zeit sogar Gefallen daran.
Der Spieler steuert das animierte Superschwergewicht bei seinen rücksichtsvollen Gewalttaten durch Wüsten, Lagerhallen und Großstadtstraßen. Hulks roher Kraft stellen sich jede Menge feindlicher Wachmänner und Superwesen entgegen.
Das Leib gewordene Erdbeben lässt sich auf seiner Mission, den verrückten Schurken Leader am Erobern der Welt zu hindern, nicht stören. Mittels unterschiedlicher Tastenkombinationen kann Hulk 45 verschiedene Attacken ausführen, seiner Urgewalt entgeht nichts. Außerdem hat Hulk freie Waffenwahl, egal ob Auto, Kiste oder Abflussrohr - für die Gegner kommt fröhliche Abwechslung auf. Die jedoch stellt sich beim Spieler eher selten ein.
Vivendi Universals "Hulk" ist Arcade-Powerprügeln par excellance, hat aber neben einiger "Schleich"- und Rätsel-Levels, die man unter anderem in Labors oder Miltärstützpunkten bestreitet, nicht sehr viel zu bieten. Man muss schon comicbegeistert sein, um richtig auf seine Kosten zu kommen. Letztlich kann "Hulk" dem Fluch "guter Actionfilm - schlechte Game-Adaption" nicht kontern.
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