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Großbritannien
Junger Autist verlässt für Pokémon Go endlich das Haus

Großbritannien. Der 17-jährige Adam hat fünf Jahre lang fast nicht das Haus verlassen, weil er Angst vor Menschen und lauten Geräuschen hat. Nun hat er durch das Spiel Pokémon Go neuen Mut geschöpft. Von Franziska Hein

Jahrelang zockte Adam das Online-Game "Minecraft" am Computer, er kam kaum aus seinem Kinderzimmer, erzählt seine Mutter Jan Barkworth. Ihr 17-jähriger Sohn ist Autist.

Seit einigen Wochen kann man in Großbritannien auch das Handyspiel "Pokémon Go" spielen. Nun hat der 17-jährige Adam seine Konsole gegen das Smartphone getauscht und geht auf Monsterjagd. Seine Mutter erzählte die Geschichte jetzt dem britischen Fernsehsender BBC. "Wenn mir jemand vor einem halben Jahr erzählt hätte, dass mein Sohn für dieses einfache Spiel das Haus verlässt, ich hätte ihm nicht geglaubt", erzählt sie. 

Adam litt jahrelang unter Angstattacken. Wenn er in einem Schlafsack Zuflucht suchte, konnte niemand zu ihm durchdringen, erzählt seine Mutter im Video. 

Nun kann er es sogar aushalten, andere Leute bei Pokemon-Hotspots zu treffen und in der Nähe anderer Spieler zu sein. "Normalerweise müssen wir nach zwei Minuten gehen, dann bekommt Adam Ticks und Bauchschmerzen, wenn er in der Öffentlichkeit ist", sagt seine Mutter, die ihn immer nach draußen begleitet.

"Ich habe ihn lange nicht mehr so entspannt und glücklich an einem öffentlichen Ort gesehen", sagt sie. "Es ist ein bisschen, als hätte ich meinen Sohn zurück."

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