FIFA 12 gegen PES 12: Kampf der Titanen
VON MICHAEL GRÜNEWALD - zuletzt aktualisiert: 02.12.2011 - 13:23Düsseldorf (RPO). Nicht nur in der echten Welt sorgt Fußball für heiße Diskussionen, sondert auch auf dem virtuellen Fußballplatz. Es ist mittlerweile eine Glaubensfrage, ob man von Jahr zu Jahr zum neuen FIFA-Ableger von Electronic Arts oder der PES-Konkurrenz von Konami greift. Wir sagen, wer sich dieses Jahr die Fußballkrone aufsetzen kann.
Schon seit Jahren halten sich Vorwürfe der jeweiligen Gegenseite: Bei FIFA von Electronic Arts (EA) könne man ja von bestimmten Positionen immer Treffen. Dafür landen bei Konamis Pro Evolution Soccer (PES) Fernschüsse doch immer im Netz.
Doch nicht erst seit dem aktuellen Teil haben die Entwickler diese Vorurteile längst widerlegt. Beide Spiele haben zudem in der aktuellsten Version einen weiteren Schritt nach vorn gemacht.
So gibt es bei FIFA viele neue sehr ansehnliche Animationen, bei Pro Evolution Soccer wird das ohnehin schon rasante Angriffsspiel noch besser. Für viele einer der größten Vorteile von FIFA: die vorhandenen Lizenzen für nahezu alle Fußballligen.
Fangesänge und original Stadien
Pro Evolution Soccer dagegen kann nur mit der spanischen Liga aufwarten. Dafür sind aber exklusiv die Rechte der UEFA-Champions League an Konami vergeben, und damit hat man dann doch ein paar lizenzierte Mannschaften mehr zur Auswahl.
Ein Pluspunkt von EAs Fußballsimulation ist die durchgestylte Optik. Die Menüs sind optisch sehr gut aufgearbeitet und werden von einem hervorragenden Soundtrack begleitet.
Auf dem Platz kommt man durch die Fangesänge und original Stadien die richtige Fußballatmosphäre auf. Bei PES hingegen ist die Stadionatmosphäre eher mäßig. Die Menüs sind zwar praktisch, bestechen optisch aber nicht so sehr wie bei der Konkurrenz. Es wirkt nüchterner. Für Fußballpuristen ist das indes nur nebensächlich, denn entscheidend ist, was auf dem Platz passiert.
PES-Torwart mit Problemen
FIFA und Pro Evolution Soccer haben dabei im Vergleich zum Vorgänger keine Riesenschritte gemacht, sondern sich dort verbessert, wo sie ohnehin schon gut waren. Konamis Kick bietet im Vergleich zu FIFA mehr Möglichkeiten im Spielaufbau. Die KI arbeitet sowohl defensiv als auch offensiv sehr gut mit. Dadurch entstehen im Spiel viele dynamische und actionreiche Szenen vor dem Kasten.
Leider hat Konami es aber nicht geschafft, die Torwart-KI in den Griff zu bekommen. Zu häufig passieren den Keepern Fehler, bei denen sich der Spieler nur an den Kopf fassen kann. Das hemmt ab und an den Spielspaß.
Ein Torwartproblem hat FIFA nicht. Dafür kann das Offensivspiel bisweilen ziemlich ernüchternd sein. Häufig kommt es vor, dass die Stürmer bei einem Konter zu wenig Unterstützung aus dem Mittelfeld erhalten und es deswegen mit einem Dribbling versuchen müssen.
Mehr Variationsmöglichkeiten im Angriff
Sowohl FIFA als auch PES wirken vom Spielablauf realistisch. Noch nie haben sich zwei Fußballspiele so gut angefühlt. Konamis Fußballsimulation bietet ein besonders rasantes und actiongeladenes Offensivspiel. Schnelle Kombinationen, Tempodribblings und wuchtige Abschlüsse gehören zum täglich Brot.
Nicht ganz so rasant geht es bei EA zu. Häufig fehlen Flanken und Pässen die nötige Schärfe, so dass das Flügelspiel oft in den Hintergrund rückt.
Die wuchtigen Hereingaben und Schüsse von Pro Evolution Soccer, sorgen hingegen oft für unberechenbare Situationen im 16er. Was das Offensivspiel besonders interessant macht, ist die neue „Teammate Control“: Dabei übernimmt der Spieler durch das Drücken des rechten Analogsticks die Kontrolle über einen zweiten virtuellen Kicker, um in eine Schnittstelle zu laufen.
Verbesserte Abwehr
Das bietet noch mehr Variationsmöglichkeiten im Angriff. Doch diese Technik zu meistern, ist schon extrem schwierig. Und angesichts des hohen Tempos des Spiels wird jede Ungenauigkeit bestraft und endet nicht selten in einem fatalen Konter.
Die größte Neuigkeit von FIFA hingegen befindet sich in der Abwehr. Die neue „taktische Defensive“ ermöglicht dem Spieler eine bessere Raumaufteilung. So kann man mit dem selektierten Fußballer versuchen, den Passweg zuzustellen oder mit einem zweiten Mann Druck auf den Ballführenden ausüben.
Dadurch wird es einfacher, Dribbler zu stoppen, Distanzschüsse zu blocken oder das Spielfeld eng zu machen. Doch auch dieses neue Feature hat seine Tücken, besonders in den ersten Partien muss man sich an das neue Verteidigungssystem gewöhnen und nicht selten passiert es, das man durch einen einfachen Doppelpass ausgespielt wird.
Die Spielmodi der beiden Simulationen bieten indes keine Neuerungen. Wie schon zuvor kann man bei beiden Spielen eine Karriere mit seinem eigenen Profi beginnen und sich nach ganz oben arbeiten. Eine Neuerung von FIFA ist der verbesserte Onlinemodus. Durch ein Ligasystem werden dem Spieler nun entsprechende Gegner angeboten. Durch Siege kann man am Ende einer Saison aufsteigen und stellt sich neuen Gegnern.
Fazit: Sowohl FIFA als auch Pro Evolution Soccer, haben sich im Vergleich zum Vorgänger gesteigert. Beide Spiele haben auf dem Platz ihre Stärken und Schwächen und es ist Geschmackssache, bei welchem Spiel man sich besser aufgehoben fühlt. Fest steht aber das mit FIFA 12 und Pro Evolution Soccer 2012 zwei hervorragende Fußballsimulationen auf dem Markt sind und der Käufer keine falsche Entscheidung treffen kann.
FIFA 12
ohne USK
Playstation 3 ca. 50 Euro, Xbox 360 ca. 40 Euro, Nintendo Wii ca. 40 Euro, PC ca. 40 Euro
Systemempfehlungen: Windows XP / Windows Vista / Windows 7 CPU mit Dual Core Prozessor (Core Duo 2 oder besser), Intel Core2Duo @ 2,4 GHz, 2 Gigabyte RAM, DirectX 9.0c-kompatible 3D-beschleunigte 256 MB Grafikkarte oder vergleichbar (Shader Model 3.0 oder höher muss unterstützt werden), ATI RADEON HD 2900. NVIDIA GEFORCE 8800 GT
PES 12
Playstation 3 ca. 40 Euro, Xbox 360 ca. 40 Euro, Nintendo Wii ca. 30 Euro, PC ca. 35 Euro
Systemempfehlung: Windows 7, Windows Vista, Windows XP SP2 or SP3, Prozessor: Intel Core 2 Duo 2.66 Ghz, AMD Athlon II X 245 oder besser, 2 GB RAM, DirectX 9.0c-kompatible 3D-beschleunigte 512 MB Grafikkarte
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