Games-Kritik: "Age of Pirates 2": Da wird der Spieler zum Freibeuter
zuletzt aktualisiert: 27.05.2009 - 10:08Gelsenkirchen (RPO). Piraten machen Schlagzeilen. Aber die Zeiten der wehenden Fahne mit dem Totenkopf gibt es nur noch in der virtuellen Welt der Computerspiele. "Age of Pirates 2 - City of Abondoned Ships" lädt dazu ein.
"Segeln Sie über die Meere als Säbel schwingender Pirat oder schneidiger Kapitän! Erkunden Sie die seltsamen neuen Länder und bisher unentdeckte Zivilisationen, überfallen und plündern Sie Schiffe, befestigte Häfen und Städte."
Zwischen Belize, Maracaibo und Cartagena schippert der Freibeuter auf der Suche nach Ruhm und Reichtum. Age of Pirates 2 hat ein klares Spielprinzip: Ein unbekannter Nachwuchs-Pirat muss sich in der Welt der Freibeuter erst noch einen Namen machen. Er muss Schiffe versenken, Reichtümer anhäufen, einen blutrünstigen Haufen von Gleichgesinnten zusammenstellen und eben all das anstellen, was man von einem richtigen Piraten erwartet. Dabei gilt es, alle Flecken auf der virtuellen Landkarte zu entdecken.
Am Anfang befinden wir uns in der englischen Provinz im Jahre 1665 auf dem Anwesen von Lord Oglethorpe. Unser Held trägt den Namen Peter Blood und betreibt den ehrbaren Beruf eines Arztes, als er in das herrschaftliche Haus gerufen wird. Kurz darauf stürmen ein paar britische Dragoner durch die Tür und suchen nach Rebellen. Ein ebenfalls anwesender Navigator verrät uns das Versteck des Schwertes in einer Truhe, vergisst aber den Hinweis auf den nötigen Schlüssel, und das bringt uns in eine unerfreuliche Situation.
Nach einem kleinen Dialog ziehen die Soldaten blank und das hoffnungsvolle Piratenleben findet ein vorzeitiges Ende. In diesem Szenario liegt der Schlüssel auf einem Tisch in der Eingangshalle. Also nochmal starten, das Schwert holen und die Gegner ausschalten. Bevor der Spieler jedoch soweit kommt, muss er beim Start des Spiels noch seinen Charakter aus vorgegebenen Profilen auswählen.
Virtuelle Kanonen treffen schlecht
Um die Kampagne des Rollenspiels zu erleben, muss jetzt Peter Blood ausgewählt werden. Die Wahl der anderen beiden Charaktere startet automatisch ein freies und offenes Spiel. Bei der Hauptfigur lässt sich die Klasse Händler, Korsar oder Abenteurer bestimmen. In diesem Menü kann auch der Schwierigkeitsgrad für das bevorstehende Piratenabenteuer ausgewählt werden.
Peter Blood und der Navigator werden zur Sklavenarbeit in eine britische Kolonie verschifft. Mit etwas Geld, einem Schiff und der Hilfe von Freunden können sie der Gefangenschaft entfliehen. Jetzt steht der Karriere auf den sieben Weltmeeren nichts mehr im Wege. Die Reise ist durchaus abenteuerlich, da alle Schiffe in Sichtweite unseren Piraten versenken wollen.
Allerdings sind die Kämpfe mehr als schwierig, denn die Treffsicherheit der virtuellen Kanonen ist mehr als schlecht. Es gibt zwar den Befehl für das Umgehen der Gefechte, aber der funktioniert nur selten. Der Weg bis hin zu einem erfahrenen Piratenkapitän ist mühsam und voller Kämpfe.
Wer aus den Schlachten erfolgreich hervorgeht, sammelt Erfahrungspunkte. Die sind nötig, wenn man mit den großen Piraten im Geschäft gleichziehen will. Je umfangreicher die Mannschaft wird, desto mehr Offiziere müssen angeheuert werden. Die sind nicht nur in den Seeschlachten hilfreich, sie sorgen auch für bessere Charakterwerte unseres Helden. Viele Punkte können durch die Annahme und Erfüllung von Aufträgen gesammelt werden.
Die Grafik ist eher hausbacken. Auch die Steuerung ist gewöhnungsbedürftig. Oft muss durch mehrfaches Probieren der richtige Weg gefunden werden. Es fehlt eine Einführung in das Spiel und deshalb klickt sich der Freizeitpirat am Anfang etwas hilflos durch die Landschaft. Das Studium des Handbuchs mit seinen 70 Seiten ist unumgänglich, wenn man hier erfolgreich sein will. Das Spiel hat gute Ansätze und bietet eine große Spielwelt, aber es bleibt wohl nur für besonders hart gesottene Piraten ein echtes Vergnügen. Wer mal kurz in der Mittagspause in See stechen will, der wird hier schnell baden gehen.
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