Neue Technik, alte Probleme: FIFA 09 für die Wii - geht das?
VON STEPHAN SEEGER - zuletzt aktualisiert: 12.11.2008 - 12:10Düsseldorf (RPO). Die Fans streiten Jahr für Jahr, welches die beste Fußball-Simulation für die verbreiteten Spielekonsolen ist: "FIFA" von EA Sports oder "Pro Evolution Soccer" von Konami. Auf letzteren Titel müssen die Besitzer der Nintendo Wii noch warten, bei "FIFA 09 All Play" aber begegnen sie einer von Konami erfundenen Innovation.
EA Sports setzt bei dem neuesten Teil der FIFA-Serie auf die "Point’n’Click"-Steuerung, mit der Konami im vergangenen Jahr bei "Pro Evolution Soccer 2008" auftrumpfte. Trotz der Profi-Steuerung ist "FIFA 09 All Play" aber auch für Anfänger und Neu-Entdecker des Fußball-Klassikers keine große Herausforderung – jedenfalls im Duell mit dem Computer.
Wie zeigen die Topps und Flops des neuen FIFA-Teils für die Wii auf.
Top: Wie immer kommen FIFA-Spieler in den Genuss der original Lizenzen aus den europäischen Ligen. Darüber hinaus stehen unzählige Nationalmannschaften mit echten Namen und Trikots zur Verfügung, die Stadien sind originalgetreu nachgebildet. Ein großer Vorteil im Vergleich zur Konami-Konkurrenz, der immer mehr Lizenzen abhanden kommen. Vor allem für Bundesliga-Fans wird der Spielspaß durch Mannschaften wie Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln gesteigert.
Top: Die einfache "All-Play-Steuerung" ermöglicht auch Anfängern, leicht in das Spiel zu finden. Mit der Wii-Fernbedienung und dem Nunchuk muss bei dieser Art von Steuerung nur der Spieler bewegt (Nunchuk), der Ball gespielt (A-Knopf) und das Tor anvisiert (Wii-Remote schütteln) werden. Zudem stehen dem Spieler eine Sprint-Taste (Z) sowie Tackling (B-Knopf) und Grätschen (Remote schütteln) in der Defensive zur Verfügung. Alles in allem kommt mit wenigen Handgriffen ein recht gutes Fußballspiel zustande, das gerade Anfängern den Weg in die Tiefen von "Fifa 09 All Play" weist.
Top: Die neue "Point’n’Click"-Steuerung ermöglicht dem Spieler die volle Kontrolle über seine "Schachfiguren" auf dem grünen Rasen. Anstatt die Spieler direkt zu steuern wird mit der "Remote" festgelegt, in welche Richtung der jeweilige Spieler laufen soll. Je weiter der Cursor dabei bewegt wird, desto schneller läuft der Akteur. Um den Ball auf das Tor zu schießen, wird das Joypad geschüttelt. Anders als bei der "All-Play-Steuerung" muss das Ziel kurz vor dem Schuss jedoch noch bestimmt werden. Das kann im Eifer des Gefechts allerdings auch schnell schief gehen.
Top: Endlich verfügt FIFA auf der Wii auch über einen Managermodus. Hier übernimmt der Spieler die Geschicke eines Vereins, kauft und verkauft Profis, sucht Talente und wertet sein Personal auf. Natürlich kann man bei den Spielen selbst aktiv mitwirken. So macht Bundesliga Spaß.
Top: Neue Comic-Figuren. EA hat sich bei der "FIFA"-Neuauflage wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Neben einem Tischfußball-Minispiel, das schon vom Vorgänger aus dem vergangenen Jahr bekannt ist, wartet EA mit dem neuen Modus "Footii Match" auf. Hier kontrolliert der Spieler lustige Comic-Figuren á la Ronaldinho, mit denen es im schnellen "Acht-gegen-Acht" um den Sieg geht.
Top: Im Online-Modus können sowohl Ranglisten- als auch Freundschaftsspiele ausgetragen werden. Das Spiel läuft flüssig, der Spaßfaktor bleibt bestehen.
Flop: Der wohl größte Flop ist die Passtechnik. Der Spieler hat keine Kontrolle darüber, ob seine Figur einen hohen oder einen flachen Pass spielen soll. Dadurch kann das Spiel nicht kontrolliert werden, die Pässe sind eher Glückssache als Können. Dieser Minuspunkt macht den Spielverlauf kaputt.
Flop: Die künstliche Intelligenz des Computers hält sich in Grenzen. Selbst für Anfänger stellt der Computer auf mittlerer Schwierigkeitsstufe keine Herausforderung dar, Niederlagen hagelt es nur selten. Der Spielspaß geht schon nach einer halben Saison mehr oder weniger verloren.
Flop: Die Kommentatoren übertreffen sich einmal mehr mit schwachsinnigen Sprüchen. Fast nie treffen die Kommentare auf das derzeitige Spielgeschehen zu. Nervig: Nach jedem Foul erzählen sie, dass sich der Übeltäter bei seinem Angriff selbst verletzt hat. Wieso kann man so einen technischen Bug nicht abstellen?
Flop: Der Ball landet viel zu oft im Tor. Egal aus welcher Position geschossen wird, das Spielgerät fliegt immer in gefährlichen Bahnen auf das Tor. Außerdem ist es wie auf der Playstation auch hier leicht, einen Freistoß zu versenken. Da hat EA wieder geschlafen. Zudem lässt die Ballphysik zu wünschen übrig. Das Leder verhält sich noch immer wie vor zig Jahren auf der PS2 oder dem Gamecube.
Fazit: Die zahlreichen kleinen Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger können die Schwächen des neuen Fifa-Teils nicht kompensieren. Lediglich für Anfänger lohnt sich der Kauf - und das auch nur, wenn sie auf Dauer nicht alleine spielen.
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