Spieletest Rayman Raving Rabbits: Hasenjagd mit Möhrensaft
VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 02.02.2007 - 19:24(RPO). Ein Stock aus Holz und eine Saugglocke aus Gummi - eigentlich gibt es für dieses Haushaltsgerät kein Wort. Die einen nennen es Pümpel, andere Klo-Entstopfer oder Abflussreiniger. Doch wer einmal „Rayman Raving Rabbits“ gespielt hat, wird sehr schnell ein anderes Wort in seinen Sprachgebrauch übernehmen: den Klostampfer.
Der Grund: Ein Klostampfer ist eines der zentralen Elemente des Spiels: Zum einen dienen die Geräte dazu, wild gewordene, glatt rasierte Hasen zu erlegen. Zum anderen erhält der Spieler nach einem erfolgreichen Spieltag einen dieser Klostampfer. Sozusagen als Trophäe.
Und wer 15 Klostampfer sein Eigen nennt, kann sie an der Wand des Gefängnisverlieses befestigen, die Stiele als Sprossen missbrauchen und durch das hochgelegene Fenster in die Freiheit klettern. Freiheit? Das ist der Ort, an dem das Spiel beginnt: Während Rayman gerade bei einem Picknick auf der grünen Wiese sitzt, erscheint wie aus dem Nichts ein Hase. Kein gewöhnlicher, sondern ein glatt rasierter mit irrem Blick aus kugeligen Augen.
Dieser entführt ihn und das Spiel beginnt: Rayman wird in eine Arena geschafft. Im Publikum sind tausende der komischen Hasen, die den aus Jump‘n-Run-Spielen bekannten Charakter verspotten. Gemäß dem aus der Römerzeit bekannten Prinzip „Brot und Spiele“ muss Rayman nun die Gunst der Hasen gewinnen. Und so verbergen sich hinter vier großen Toren des Amphitheaters an jedem Spieltag vier Spiele. Beispielsweise das verrückte Tanzspiel: Im Rhythmus des Pulp-Fiction-Liedes „Misirlou“ kommen von links und rechts Hasen angeeiert, die im richtigen Moment durch das Schlagen der Fernbedienung auf eine imaginäre Trommel von der Tanzfläche gestoßen werden müssen..
Bei der Konzeption der vielen kleinen Minispiele hat Hersteller Ubisoft viel Humor bewiesen. So bestehen viele Herausforderungen vor allem darin, sich nicht totzulachen, sondern stattdessen lieber so schnell wie möglich Möhrensaft in die Taucherbrillen der heranstürmenden Hasen zu pumpen. Oder dafür zu sorgen, dass die Türen der Toiletten geschlossen bleiben, um einen Angriff der schreienden Monsterhasen zu verhindern.
Das Schöne an den insgesamt 75 Spielen: Man zieht und schlägt, springt nicht per Knopfdruck wie bei herkömmlichen Spielekonsolen, sondern indem man die Wii-Fernbedienung nach oben reißt, sie dreht und wendet, beispielsweise wenn Rayman auf dem Warzenschwein durch die Landschaft reitet oder auf einem großen Vogel fliegend die Schweine einsammelt, um sie heil in den Käfig zurückzubringen.
Stück für Stück erkämpft sich Rayman so die Sympathie der Hasen, die zunächst verstummen und ihm dann bei Fortschreiten des Spiels frenetisch feiern. Hat sich Rayman am Ende aus dem Verlies befreit, ist das Spiel glücklicherweise noch lange nicht beendet: Im so genannten Punktemodus kann man in vielen der Spiele gegeneinander antreten. Je nach Punktestand werden neue Spiele und Bonus-Videos freigeschaltet.
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