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Game-Kritik
"Assassin's Creed: Origins": Nilkreuzfahrt im Alten Ägypten

"Assassin's Creed: Origins" - Schauplatz Altes Ägypten
"Assassin's Creed: Origins" - Schauplatz Altes Ägypten FOTO: dpa, tsn neb
Düsseldorf. "Assissin's Creed" meldet sich zurück: Zum zehnjährigen Bestehen der Videospielserie will Ubisoft mit "Assassin's Creed: Origins" die Serie neu erfinden. Eine Reise ins Alte Ägypten wird zeigen, ob das gelingt. Unsere Spielekritik.

Nach dem Heiligen Land, Italien, dem Osmanischen Reich, der Karibik und diversen anderen Handlungsorten, verschlägt es den Spieler in "Assassin's Creed: Origins" ins Alte Ägypten: 49 Jahre vor Christus ist die Zeit von Cäsar und Kleopatra.

Das klingt nach einem tollen Setting. Doch Ubisoft musste sich auch immer wieder den Vorwurf gefallen lassen, die Serie sei zu formelhaft aufgebaut und es gebe zu viele gleiche Aufgaben, die man einfach nur abarbeitet. Das soll sich nun ändern.

Das letzte große "Assassin's Creed"-Spiel kam 2015 auf den Markt. Das Entwicklerteam hat sich seitdem einige Neuerungen ausgedacht, um frischen Wind in die Serie rund um den Kapuzen tragenden Geheimbund reinzubringen. Spieler schlüpfen in die Rolle des Bayek von Siwa. Nach einem tragischen Ereignis in seinem Heimatort, liegt es an ihm, einen Geheimbund, der hinter all dem steckt, zu enttarnen.

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Ein neues Kampfsystem wird eingeführt

Gleich zu Beginn des Spiels geht es einem der Drahtzieher direkt an den Kragen. Hier wird auch gleich das neue Kampfsystem eingeführt. Gegner lassen sich als Ziel festlegen. Anschließend bewegt sich Bayek in "Zelda"-Manier immer um diesen Gegner herum.

Es gibt eine Taste zum Durchbrechen der gegnerischen Abwehr und eine andere zum Zuschlagen. Man kann sich vor einer Attacke wegrollen oder benutzt Pfeil und Bogen. Im Fertigkeitenbaum lassen sich Bayeks Talente entwickeln. Klug investierte Erfahrungspunkte machen ihn zum Jäger für die Bogenschützen-Liebhaber, zum Krieger für Nahkampf-Fans und zum Seher für Spieler, die sich gerne heranschleichen.

Nach dem ersten Kampf erkundet man eine alte Grabstätte. Die Fackel zaubert atmosphärische Licht- und Schattenspiele an die Wände. Dann geht es endlich raus in die riesige, offene Spielwelt. Mit einem Kamel oder Pferd lassen sich weite Strecken in der Wüstenwelt zurücklegen. Auf Knopfdruck reitet man automatisch geradeaus auf Wegen und Straßen.

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Ein weiterer tierischer Freund ist ein Adler, der jederzeit verfügbar ist. Mit ihm lassen sich Gebiete von oben auskundschaften und Ziele oder Gegner markieren. So wird es selbst in verwinkelten Gegenden nicht unübersichtlich. Man kann aber auch einfach nur die schöne Aussicht genießen - die Sichtweite ist enorm.

Erstaunlich abwechslungsreich

Das Alte Ägypten in "Assassin's Creed: Origins" ist erstaunlich abwechslungsreich. Vom römisch beeinflussten Alexandria, über die Pyramiden in der Wüste bis zu fruchtbaren Naturlandschaften gibt es entlang des Nils viel zu entdecken. Die Welt wirkt detailliert und lebendig.

Es gibt jede Menge Tiere, und die Einwohner gehen ihren eigenen Tagesabläufen nach. Beim Erkunden der bevölkerten Orte wird auch das neue System der sogenannten Quests deutlich. Die Hauptmissionen bringen die Story mit groß inszenierten Zwischensequenzen voran.

Was die Welt aber lebendig macht, sind die zahlreichen Nebenaufgaben. Diese erzählen alle ihre kleine Geschichte. Rollenspiel-Epen wie "The Elder Scrolls" oder "The Witcher 3" haben das schon erfolgreich vorgemacht. So hat man nie den Eindruck, man würde die Nebenmissionen nur abarbeiten. Es ist vielmehr so, dass man auf seinem Weg immer wieder über Aufgaben stolpert. Das ist Ablenkung im besten Sinne. 

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Die Türme aus früheren "Assassin's Creed"-Teilen gibt es auch wieder. Erklimmt man sie, wird ein sogenannter Schnellreisepunkt freigeschaltet. Außerdem werden interessante Ziele auf der Karte eingezeichnet. Und auch der berühmte Sprung in einen Heuhaufen darf nicht fehlen.

Touristentour ins Alte Ägypten

Aus technischer Sicht ist "Assassin's Creed: Origins" ein sehr ambitioniertes Projekt. Auf der Spielemesse Gamescom im August 2017 in Köln gezeigte Demos wirkten noch nicht so rund. Das hat sich geändert. Die detailreiche Umgebung mit Tag- und Nachtwechseln sieht schick aus. Einzig einige Zwischensequenzen ruckelten in der Playstation-4-Testversion.

Wer das Alte Ägypten mal ganz ohne Missionen und Kämpfe erkunden will, kann Anfang 2018 zum virtuellen Touristen werden. Dann soll es die "Discovery Touren" als kostenlosen Download geben. Wie bei einer Museumstour kann man sich dann zum Beispiel durch die Pyramiden von Gizeh bewegen und hört dabei 20-minütige Audioguides.

"Assassin's Creed: Origins" kostet je nach Plattform rund 60 bis 70 Euro, ist ab 16 Jahren freigegeben und ab 27. Oktober für Playstation 4, Xbox One und PC erhältlich.

(csr/dpa)
 
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