Von Leipzig nach Köln: Leitmesse GAMESCom wechselt den Standort
zuletzt aktualisiert: 25.02.2008 - 17:13Köln (RPO). Europas Leitmesse für Video- und Computerspiele findet künftig in Köln statt. Ab 2009 wechselt die Fachmesse unter dem Namen GAMESCom von Leipzig nach Köln und soll dort als neue Branchenschau Neuheiten und Trends zeigen. Das teilte der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) am Montag in Berlin mit.
Begründet wurde dies mit der allgemein schwachen Infrastruktur im Raum Leipzig. Die Leipziger Messe äußerte ihr Bedauern und kündigte an, der Branche auch in Zukunft zur Verfügung zu stehen. "Wir werden aktiv unsere Visitenkarten weitergeben", sagte Messe-Chef Wolfgang Marzin.
Der Fachverband verlässt nach sieben Jahren den Standort Leipzig und gibt der Messe, die bisher Games Convention (GC) heißt und im August stattfindet, einen neuen Namen. Der Name Games Convention bleibt Eigentum der Leipziger Messe. Die GC war von der Leipziger Messe entwickelt und 2002 erstmals veranstaltet worden. 2007 kamen 185 000 Besucher und 503 Aussteller. In diesem Jahr wird die GC noch einmal in Leipzig ausgerichtet.
"Die Entscheidung fiel uns nicht leicht", sagte Verbands-Geschäftsführer Olaf Wolters. Man wolle aber die europäische Leitmesse für Video- und Computerspiele werden und das sei in Leipzig nicht möglich. Wolters zufolge fehlen in Leipzig die Rahmenbedingungen. Die internationalen Fluganbindungen, ausreichende Hotelzimmer sowie die Infrastruktur genügten nicht. Zudem werde ein bevölkerungsreicherer Standort benötigt, da die Messe von August in den September verschoben werde. Die Veranstalter seien dann stärker auf Tagesgäste angewiesen.
Bisher hätten sie von den Ausstellern eine positive Resonanz bezüglich des Umzugs erhalten, fügte Wolters hinzu. Allerdings stehe nicht fest, wie viele Aussteller mit nach Köln kommen. Man hoffe aber, dass die "Karawane möglichst vollständig weiterzieht". Auch die zwölf BIU-Mitglieder hätten mehrheitlich für eine Standortverlagerung nach Köln gestimmt.
Deutschlands größter Spiele-Entwickler, Electronic Arts (EA) aus Köln, sieht im neuen Standort die besseren Zukunftschancen für eine europaweit ausstrahlende Videospiel-Messe. "Die Entscheidung war keine Entscheidung gegen Leipzig, sondern für Deutschland", sagte EA-Sprecher Martin Lorber. Für die Neuauflage in Köln werde es ein überarbeitetes Konzept geben, Details würden noch abgestimmt.
Nach Einschätzung des Playstation-Herstellers Sony war die GC in Leipzig bisher eine "fantastische Messe". Aber für eine europäische Leitmesse sei vor allem die Fluganbindung zu schwach gewesen, sagte Sprecher Guido Alt.
In Nordrhein-Westfalen begrüßten Wirtschaftsministerin Christa Thoben und Medienminister Andreas Krautscheid (beide CDU) die geplante Verlagerung der Messe nach Köln. "Dieser Umzug im Jahr 2009 wird einen enormen Schub für die sehr lebendige und erfolgreiche Games-Szene in Nordrhein-Westfalen bringen", sagte Krautscheid.
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