Sega: Vancouver 2010: Nervenkitzel auf der virtuellen Piste
VON DANIEL HECHT - zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 14:58Düsseldorf (RPO). Es ist nicht alles Gold, was glänzt: Die neue Software-Verwurstung der Olympia-Lizenz durch Sega ist leider nur in Teilen gelungen. Vom Eiskanal auf die Schneepiste: Wir zeigen, warum nur echte Wintersport-Fans zugreifen sollten.
Vancouver 2010 vereint die wichtigsten Wintersportdisziplinen in einem Spiel für Xbox 360, Playstation 3 und PC: Egal ob mörderisch schnelle Jagd durch den Eiskanal, perfekte abgepasster Absprung auf der Schanze oder Eisschnelllauf durch die Eishalle – hier werden die Sportarten grafisch äußerst realistisch auf die heimische Mattscheibe gebannt. Biathlon, Langlauf, Eiskunstlauf, Curling oder Eishockey sind nicht in der Auswahl enthalten – schade.
Grafisch zeigt sich Vancouver 2010 von seiner schönen Seite: Weite Ausblicke von der Schanze, tolles Geschwindigkeitsgefühl dank diverser Blur-Filter (das Bild wird am Rand so verzerrt, dass es zum realistischen Tunnelblick kommt) und die Animationen der Sportler wissen auf Anhieb zu gefallen. Dank der offiziellen Lizenz sind auch alle Sportler enthalten, welche man in den Fernsehübertragungen sehen wird (zum Beispiel Maria Riesch).
Mittendrin statt nur dabei?
Auch in Sachen Spielbarkeit gibt es positive Ansätze: Die meisten Disziplinen gelingen auf Anhieb und verzichten zum Glück auf komplizierte Steuerungsmanöver. So sind selbst ungelernte Joypad-Athleten schnell mittendrin. Nach längerer Spielzeit offenbaren sich die Schwächen von Vancouver 2010: Die diversen Pisten und Schanzen sind schnell abgefahren, Disziplinen wie Eisschnelllauf und Short-Track dienen nur kurz zur Auflockerung.
Da ist es wirklich schade, dass es zumindest Sportarten wie Biathlon und Eiskunstlauf nicht ins Spiel geschafft haben. Info am Rande: Das Spiel zur letzten Sommer-Olympiade von Sega wartete noch mit 38 Disziplinen auf – jetzt sind es 14!
Der Karriere-Modus bringt leider nur wenig Spaß: Ohne wählbare Schwierigkeitsgrade und motivierende Gegner wird das Ganze schnell zur öden Aneinanderreihung der diversen Disziplinen. Hier hätte etwas mehr "Olympia-Feeling" neben der sonst sauberen Grafik gut getan.
Zum Glück gibt es neben dem Karriere-Modus noch 30 besondere Herausforderungen (Schneemänner umfahren, Höchstgeschwindigkeit erreichen), welche dem sonst eher sterilen Spiel etwas Leben einhauchen.
Fazit: Spieler, die sich ernsthaft für die Winter-Olympiade interessieren und mit der sterilen Aufmachung leben können, finden in Vancouver 2010 das beste Spiel zur Olympiade. Leider gibt es jedoch nur wenig Langzeitmotivation – da ist es eigentlich schon traurig, dass man als einzige, ernsthafte Alternative nur "Mario & Sonic bei der Winterolympiade" nennen kann. Dieses ist exklusiv für die Nintendo Wii und Nintendo DS erhätlich.
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