Immer mehr gefälschte DS-Games: Nintendo bläst zur Jagd gegen Spiele-Piraterie
zuletzt aktualisiert: 02.09.2009 - 16:51Hamburg (RPO). Es gilt als Kavaliersdelikt und ist doch illegal: das Spielen von rechtswidrig kopierten Computerspielen für die Spielkonsole Nintendo DS mit Hilfe so genannter DS-Kopiermodule. Der japanische Spielekonzern macht jetzt Jagd auf Raubkopierer und geht gezielt gegen die Verbreitung von Kopiermodulen vor.
Das berichtet die Zeitschrift "Computerbild Spiele". Kopiermodule sind für die Versionen DS, DS Lite und DSi erhältlich. Online-Shops bieten sie bereits für 30 Euro zum Kauf an.
Die Handhabung der Module ist ein Kinderspiel: Wie ein normales DS-Spiel wird das Kopiermodul in den Modulschacht des Gerätes geschoben. Eine Micro-SD-Karte, auf die die heruntergeladenen Spiele gespeichert wird, muss nur in den Schlitz des Kopiermoduls gesteckt werden. Der Spielspaß kann beginnen. Die meisten Hersteller liefern SD-Kartenlesegeräte gleich mit.
Anti-Piracy Programm gestartet
Die im Internet problemlos zu erwerbenden Kopiermodule und die illegalen Spiele-Downloads sind Nintendo ein Dorn im Auge, bedeuten Sie doch erhebliche Einbußen im Verkauf. Nintendo will den illegalen Handel unterbinden und startete daher ein Anti-Piracy Programm. Mit einem 95 Seiten Dokument im Internet macht der Konsolen- und Spielehersteller auf die Gefahren von Raubkopien und Produktfälschungen aufmerksam.
Nintendo vertritt die Position, dass Hardware, die geeignet ist, Kopien von Videospielen anzufertigen oder solche Kopien auf einem DS abzuspielen, illegal sei. Deutsche Händler, die Kopiermodule anbieten, überzogen die Japaner in den vergangenen Monaten mit einer Flut von Abmahnungen.
Die haben darauf reagiert und den Verkauf eingestellt. Die entstandene Lücke nutzen nun kleine Online-Shops. Aber auch asiatische Händler bieten nach wie vor Kopiermodule an.
Kauf, Besitz und Verwendung eines DS-Kopiermoduls sind in Deutschland noch nicht strafbar. "Jeder Käufer sollte sich aber bewusst sein, dass der Erwerb eines Moduls auch für ihn riskant ist. Eine Gewährleistung bei einem kaputten Modul gibt es beispielsweise nicht" erläutert Rechtsanwalt Stephan Mathé, Spezialist für Medien- und Wirtschaftsrecht, gegenüber "Computerbild Spiele".
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