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Games Kritik: Pro Evolution Soccer 5 - Realismus pur

VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 08.11.2005 - 07:42

90. Minute zwischen Bayern München und dem FC Chelsea, das Spiel dauert nicht mehr lange, es geht um die Champions League. Freistoß für den deutschen Rekordmeister. Sebastian Deisler wird ausführen: Kurzer Anlauf, Tor! Der Ball ist drin, was für ein Hammer, das Leder schlägt genau im Winkel ein! Vorhang auf für Pro Evolution Soccer 5, der realistischsten Fußball-Simulation für den PC.

Kaum zu glauben, aber wahr: Die Macher vom japanischen Spielehersteller Konami haben sich bei Pro Evolution Soccer 5 wieder einmal selbst übertroffen. Der Realismusgrad wurde im Vergleich zum Vorgänger weiter gesteigert. Das Gameplay wurde geringfügig konfiguriert, so dass das Spiel anfangs noch schwerer ist. Die Grundzüge des Vorgängers bleiben in der fünften Auflage des Klassikers weitgehend unangetastet, Pro Evolution Soccer 5 wartet dennoch mit sinnvollen Neuerungen auf.

So ermöglicht eine spezielle Steuerung der Spieler ein noch besseres Positionieren der Akteure nach einer Flanke, das heißt wenn der Ball in der Luft ist. Der Spieler kann dem Ball entgegen gehen und sich so vor den Gegenspieler schieben und den Ball vor dem Kontrahenten erreichen. Ebenfalls verbessert wurden die Weitschüsse, die nun noch realistischer daherkommen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit den Ball mit Effet in die Ecke zu schlenzen, was dem geneigten Spieler mehr Möglichkeiten beim Abschluss bietet.

Das Gameplay der Serie wurde im fünften Teil weiter verfeinert, was sich in der Ballkontrolle und beim physikalischen Verhalten des runden Leders zeigt. Die Spieler haben die volle Kontrolle über Pässe, Dribblings und Täuschungsmanöver. Pro Evolution Soccer 5 legt die Messlatte für andere Fußball-Simulationen wieder einmal sehr hoch.

Endlich auch online spielen

Das Herz eines jeden Pro-Evolution-Soccer-5-Spielers höher schlagen lässt mit Sicherheit der neue Netzwerk-Modus, der den Vergleich mit anderen Spielern im Internet ermöglicht. Konami kommt im fünften Teil nun endlich dem Wunsch der Fangemeinde nach und bietet für seine Fußball-Simulation eine Online-Variante an, bei der sich bis zu vier Spieler getreu dem Werbeslogan: „Siegen ist nicht alles? – Hier schon“ gleichzeitig miteinander messen können.

Das Cover des Spiels ziert wie schon im Vorjahr der Franzose Thierry Henry von Arsenal London, der diesmal zusammen mit dem englischen Abwehrspieler John Terry von Chelsea London für die Kamera posierte. Beide Superstars sind selbst große Fans des Spiels, weshalb sie nicht lange zögerten, als Konami anfragte, ob sie auf der europäischen Version auf dem Titelbild erscheinen wollen.

Die Spieler haben sehr realistische Eigenschaften, was bedeutet, dass man sich sehr nah an den Originalen orientieren kann, was die technischen Fähigkeiten angeht. Einziges Manko des Spiels bleiben die fehlenden Lizenzen für einige Klubs und Nationalmannschaften.

So ist es natürlich zunächst ärgerlich, dass die deutsche Nationalmannschaft mit Kunstnamen wie „Kalm“, „Pomatski“, etc. aufläuft, genauso wie die Tatsache, dass die Vereine aus der deutschen Bundesliga keine Originalnamen haben. So muss man wissen, das Bayern der „Rekordmeister“ ist, der MSV Duisburg schlicht „Stahlstadt“ heißt, oder dass sich hinter dem Synonym „Domstadt“ der 1. FC Köln verbirgt. Noch schwieriger gestaltet sich die Geschichte in der englischen Premier League, wo die Vereine oft den Flüssen aus der jeweiligen Stadt zugeordnet wurden.

Das bleibt aber auch der einzige Wermutstropfen der Fußball-Simulation aus dem Hause Konami, in der insgesamt 3.000 Spieler mit Originaldaten aus drei offiziell lizenzierten Ligen auftauchen. Bei der abschließenden Bewertung des Spiels fällt dieses Defizit gegenüber anderen Fußball-Simulationen dennoch nicht sonderlich ins Gewicht, da das Spiel mit seinem außergewöhnlichen Realismus schlichtweg überzeugt. Man muss schon manchmal ganz genau hinsehen, um den Unterschied zur Realität erkennen zu können.

Den Japanern ist es gelungen, mit Pro Evolution einen weiteren Meilenstein in der Sparte Sport-Simulation zu setzen. Und wer weiß, vielleicht gelingt dem FC Bayern ja in der Champions League auch der ganz große Wurf – vielleicht durch einen Freistoß von Deisler…?

Quelle: rpo

 
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