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Games Kritik: Pro Evolution Soccer Management - Charmante Hilfe

VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 21.03.2006 - 11:40

Ob Uli Hoeneß auch so eine hübsche Assistentin an seiner Seite hat? Man weiß es nicht. Vielleicht hat der Erfolgs-Manager von Bayern München solche Hilfe aber auch gar nicht nötig. Schließlich ist der Wurstfabrikant schon seit vielen Jahren im Geschäft. Dem gemeinen Playstation-Spieler aber, der sich das neue „Pro Evolution Soccer Management“ in seine Konsole eingelegt hat, wird soviel charmante Hilfestellung aber sicher nicht schaden können.

Beim neusten Werk aus dem Hause Konami kann man nämlich schnell den Überblick verlieren. Da ist es gut eine Assistentin - man hat die Wahl zwischen fünf Damen mit Charme, Esprit und Fußball-Fachverstand - an seiner Seite zu wissen. So ein Fußballklub lässt sich schließlich nicht mal eben so erfolgreich managen. Genau darum geht es aber beim ersten Versuch der Japaner, den erfolgreichen Fußball-Spielehit „Pro Evolution Soccer“ in das Genre der beliebten Managerspiele zu übertragen.

Eins vorweg: Es ist noch nicht ganz gelungen. Dass man schnell den Überblick verliert ist zwar Ausdruck einer äußerst detailgetreuen Ausstattung, mindert aber zugleich auch den Spielspaß. Zur Wahl stehen den Managern Teams aus sechs Ligen des Kontinents, die wenigsten aber kommen mit ihrem echten Namen daher. Lizenz-Streitigkeiten, die dem Freund des Managergenres schon oft den letzten Nerv raubten. Wenigstens tragen die Spieler zum Großteil, die richtigen Namen, sehen auch fast so aus wie die Originale und verfügen über die Fähigkeiten, die man aus dem Liga-Alltag gewohnt ist. Ein Podolski wird hier also kein guter Torwart und ein Huth kein Goalgetter.

Das macht es einfacher und ist der umfangreichen Datenmenge aus Pro Evolution Soccer 5 zu verdanken, die der Manager-Variante zu Grunde liegt. Für alle, die damit noch nicht genug haben, bietet der Editier-Modus aber die Möglichkeit, jegliche Daten den eigenen Wünschen anzupassen.

Unendlich viele Möglichkeiten

Einmal den richtigen Durchblick gefunden, bietet das Spiel für den Manager unendlich viele Möglichkeiten auf das sportliche Geschehen Einfluss zu nehmen. Den richtigen Trainer anheuern, Scouts engagieren, die den Spielermarkt sondieren und den jeweiligen Gegner haarklein analysieren, Verträge verlängern oder auslaufen lassen, die Trainingsmethoden und die Intensität der Übungseinheiten festlegen und – natürlich – Spieler einkaufen und verkaufen, die den Verein voranbringen und wirtschaftlich nicht ruinieren.

Ökonomisches Fingerspitzengefühl ist ebenso gefordert wie taktischer Weitblick. Mit der richtigen Aufstellung allein begnügen sich die Japaner nämlich bei weitem nicht. Ausgehend von der Gegneranalyse lassen sich verschiedenste Formationen, spieltaktische Anweisungen für jeden einzelnen Spieler und Spielvarianten einstellen. Wobei der jeweilige Erfolg letztlich immer noch vom Potenzial der zur Verfügung stehenden Spieler abhängt. Da unterscheidet sich die Simulation nicht von der Realität. Auch die Konsequenzen bei Misserfolg bekommt der Playstation-Spieler zu spüren wie ein echter Manager. Läuft’s nicht rund, kann man sich nämlich einen neuen Klub suchen.

Bis auf die bisweilen etwas überfrachteten Menüs ist an „Pro Evolution Soccer Management“ nichts auszusetzen. Die Grafik lässt keine Wünsche offen. Stadion-Feeling wie bei reinen Fußballspielen fehlt zwar etwas, das liegt aber auch nur daran, dass man die Geschwindigkeit der Spielszenen bei Bedarf derart beschleunigen kann, dass man nur noch die Tore erhascht. Wiederholungen aus verschiedenen Blickwinkeln offenbaren dann jegliche Mängel beim kickenden Personal. Kommentiert wird das Geschehen auf dem Rasen - auch das ist wichtig -von Wolff-Christoph Fuss und Hansi Küpper. Die beiden Premiere- und DSF-Reporter setzen sich dabei durchaus positiv von den üblichen Kommentatoren ab.

Nur eine Kleinigkeit vermag das Spiel nicht zu verhindern wissen. Wenn man so umfangreich eingekauft hat, trainieren ließ und sein Team akribisch auf einen Gegner eingestellt hat, kribbelt es mit dem Anpfiff dennoch in den Fingern und man wünscht sich, selbst mitspielen zu dürfen. Dann muss es aber doch wieder „Pro Evolution Soccer“ sein.

Quelle: rpo

 
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