World Cyber Games: Weltbeste Computerspieler in Köln
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 08.11.2008 - 13:52Köln (RP). Nur noch dieser eine Angriff. Mit ein paar hundert Schlägen pro Minute auf die Tastatur kommandiert der junge Kerl in der Glasbox seine Truppen, um das Lager des Gegners zu erobern. Als „Yaws“ seinen Kontrahenten wenig später besiegt hat, brüllt der Kommentator in sein Mikrofon: „Das Spiel ist aus.“ Die Menge vor der Bühne jubelt. Blitzlichtgewitter. Dabei hat Team Deutschland nur ein Spiel in der Vorrunde gewonnen.
Aus der Glasbox kommt Marc Förster, 18. Er ist einer der deutschen Hoffnungsträger bei den „World Cyber Games“ (WCG). Es sind die Olympischen Spiele der so genannten eSportler, der elektronischen Athleten. Noch bis morgen treten in den Kölner Messehallen mehr als 800 Spieler aus 75 Nationen gegeneinander an.
14 verschiedene Disziplinen stehen auf dem Programm: Sport, Handy-, Renn- und Strategiespiele wie „Warcraft III“. Insgesamt geht es um ein Preisgeld von rund 470.000 US-Dollar und zudem viel Anerkennung in der Szene. „Um hier erfolgreich zu sein, musst du schon viel Zeit investieren“, sagt Organisator Thomas von Treichel, 31. „Vor so einem großem Wettkampf trainieren einige acht Stunden und mehr am Tag. Wer ganz oben stehen will, der braucht den Willen zum Erfolg, den Willen zum Sieg. Das ist in anderen Sportarten ja nicht anders.“
Und genauso groß ist auch der Betreuerstab. Zu Team Deutschland gehören neben den Spielern auch mehrere Trainer, Scouts und sogar eine Psychologin.
Es ist wie eine Art Parallelwelt und die Gefahr ist groß, dass man als Außenstehender den Überblick verliert. Allein die Bezeichnung eSport ist für jene, die mit Videospielen nichts am Hut haben, ziemlich irreführend. Denn zu den Spielen gehören zwar der Fußballklassiker „Fifa“, aber auch solche, bei denen es darum geht, viele Kontrahenten zur Strecke zu bringen. „Es geht um Wettkampf. Ganz einfach“, sagt von Treichel. Der wird zumeist von Jungs betrieben. Bei den WCG in Köln nehmen nur drei Mädchen teil. Von Treichel: „Warum das so ist, kann ich nicht genau sagen.“
Spitzenspieler verdienen hier bis zu 30.000 Euro im Jahr, in Asien sind es oft Millionen. Die Karriere ist allerdings kurz. „Ich bin jetzt 18 Jahre alt“ sagt Marc Förster. „Da gehöre ich hier schon zum alten Eisen.“ Aber er hat eine Alternative – eine Ausbildung als Programmierer.
Die offiziellen Spiele der World Cyber Games Deutschland 2008 sind:
- "FIFA Soccer 2008" (PC)
- "Need for Speed: Pro Street" (PC)
- "Command & Conquer 3: Kanes Rache Wars" (PC)
- StarCraft: Brood War" (PC)
- "WarCraft III: The Frozen Throne" (PC)
- "Age of Empires III: The Asian Dynasties" (PC)
- "Carom 3D" (PC)
- "Red Stone" (PC)
- "Counter-Strike: 1.6" (PC)
- "Virtua Fighter 5" (Xbox)
- "Project Gotham Racing 4" (Xbox)
- "Halo 3" (Xbox)
- "Guitar Hero 3" (Xbox)
- "Asphalt 4: Elite Racing" (Mobile)
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