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  Foto: Ubisoft
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Assassin’s Creed Revelations: Würdiger Abschied von alten Gefährten

VON LUDWIG JOVANOVIC - zuletzt aktualisiert: 03.01.2012 - 15:49

Düsseldorf (RPO). Der vierte Teil der Assassin’s Creed-Reihe trägt den Zusatz "Revelations" – Enthüllung. Das klingt nach einem Ende. Und tatsächlich ist es das auch. Nicht des Franchise oder des Kampfes zwischen Templern und Assassinen. Es ist das Ende der Geschichte um Ezio Auditore da Firenze und des Ausflugs in die Renaissance.

Manche Fortsetzungen von Spielen sind wie gute Bücher. Man schlägt sie auf, fängt an zu lesen und ist sofort wieder in der Story. Assassin’s Creed Revelations ist so eine Fortsetzung. Kaum hat man sie gestartet, scheint es, als ob man die Renaissance-Welt der vergangenen beiden Vorgänger nie verlassen hätte.

Bis darauf, dass Ezio nicht mehr der junge Assassine ist, der in Italien die Templer besiegen und Rache für die Hinrichtung seines Vaters und Bruders nehmen möchte. Ezio ist älter geworden und wirkt mit den ergrauten Haaren gelassener – auch wenn die deutsche Synchron-Stimme nicht so recht dazu passen möchte.

Auf den ersten Blick scheint die Figur auch etwas fülliger geworden zu sein. Dafür hat sich am Spielprinzip selbst kaum etwas geändert. Dieses Mal aber ist man in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, des Jahres 1511 unterwegs. Und immer noch klettert man auf Gebäude, springt von Vorsprüngen und muss sich durch Gegner-Massen kämpfen oder seine Feinde – ganz dem Titel entsprechend – hinterrücks und unerkannt erledigen.

Großes Lob

Neu ist, dass Ezio nun auch die Zutaten für Bomben und Sprengfallen sammeln und sie selbst herstellen kann. Allerdings ist das nicht wirklich nötig. Man kommt auch ohne sie durch das Spiel.

Ebenfalls neu ist der Hakenklinge, die beim Klettern hilft. Diese Funktionalität gab es indes, wenn auch in anderer Form, schon vorher. Allerdings kann man mit der Hakenklinge nun auch aufgespannte Taue wie eine Seilbahn nutzen. Damit haben sich aber die wesentlichen Neuerungen bereits erledigt.

Großes Lob gibt es erneut für die liebevoll und detaillierte Gestaltung des Settings. Das 500 Jahre alte Konstantinopel wirkt so echt und voller Leben, dass man sich tatsächlich in die Metropole der Renaissance zurückversetzt fühlt. Aber das ist Ubisoft in den Teilen zuvor mit italienischen Städten genauso gut gelungen.

Das klingt kompliziert

Doch warum Konstantinopel? Dort hat Ezios Vorfahr Altair aus dem ersten Teil der Reihe im 13. Jahrhundert fünf Schlüssel versteckt, von den die Templer bereits einen haben. Diese Schlüssel öffnen eine Tür unter der ebenfalls aus dem ersten Teil bekannten Burg Maysaf. Dort soll ein Artefakt versteckt sein, das möglicherweise den ewigen Krieg zwischen Assassinen und Templer beenden könnte.

Klar setzt man damit auch die große Hauptgeschichte um die erste Zivilisation weiter fort. Und man erfährt auch mehr über Desmond, der seit dem Ende des dritten Teils in der Gegenwart und der realen Spielwelt im Koma liegt - während sein Geist in der Animus-Maschine gefangen ist.

Nur wenn er die letzten Bruchstücke genetisch gespeicherter Erinnerungen seiner Vorfahren Ezio und Altair, den man in einigen Rückblenden ebenfalls spielt, wieder zusammensetzt, besteht für ihn die Hoffnung, wieder aus dem Koma zu erwachen.

Das klingt zwar kompliziert, aber tatsächlich spielt man die meiste Zeit in Konstantinopel als Ezio. Dort versucht man die Machtstellung der Assassinen auszubauen, indem man Rekruten gewinnt, Templer-Bastionen erobert und sie in einer Art von Tower-Defense-Minispiel verteidigt: Man errichtet Straßensperren und setzt verschiedene Assassinen-Typen ein.

Unterhaltsame zehn bis 15 Stunden

Das ist anfangs ganz unterhaltsam, wird mit der Zeit aber zur Routine. Spannender als diese Nebenbeschäftigung ist das Verfolgen der Hauptstory, die erneut erstklassig in Szene gesetzt ist - während man in den Erbfolgekrieg des Osmanischen Reiches hineingezogen wird.

Die ganz große Enthüllung aber zur Ersten Zivilisation bleibt aus. Vielmehr hat Ubisoft alle losen Enden genommen und sie zu einem stimmigen Abschluss gebracht, damit aber auch den Grundstein für eine Fortsetzung gelegt: wie in den Teilen zuvor angedeutet die Rettung der Erde vor einem verheerenden Sonnensturm und das Entschlüsseln der Geheimnisse jener außerirdischer „Götter“, die die Erste Zivilisation schufen.

Bis man aber so weit ist, vergehen sehr unterhaltsame zehn bis 15 Stunden. Allerdings merkt man der Reihe an, dass sie wie Ezio leicht ergraut und in die Jahre gekommen ist. Die Gegner erscheinen zu schwach, die Grafik ist zwar gut, setzt aber auch keine neuen Meilensteine. Und das Spielprinzip hat sich seit dem ersten Teil kaum geändert.

Die Entscheidung von Ubisoft, den Storybogen um Ezio und Altair nun abzuschließen, ist nur folgerichtig. Der fünfte Teil wird anderes werden und muss es auch. Bis dahin aber kann man aber noch einmal in der Welt der Renaissance und des Mittelalters eintauchen –und den Gefährten aus vier Teilen würdig Lebewohl sagen.

USK 16, PS3 ca. 50 Euro, Xbox360 ca. 50 Euro, PC ca. 40 Euro

Systemvoraussetzungen Minimal
Betriebssystem: Windows XP SP3, Vista SP2, 7 SP1
Prozessor: Intel Core 2 Duo E4300 1.8 Ghz oder AMD Athlon64 X2 4600+ 2.4GHZ
RAM: 1,5 GB (XP) / 2 GB (Vista, 7)
Grafikkarte: 256 MB DirectX 9.0 kompatible Grafikkarte mit Shader Model 3.0 Unterstützung oder besser
Soundkarte: DirectX 9.0 kompatible Soundkarte
DirectX Juni 2010 oder neuer (enthalten auf der Disk)
DVD-ROM Dual-Layer Laufwerk
Festplattenspeicher: 12 GB
Sonstiges: Einmalige Internetverbindung beim ersten Spielstart zum aktivieren des Produkts benötigt. Für Multiplayer- und Online-Features wird eine permanente Internetverbindung benötigt.

Empfohlen
Prozessor: Intel Core 2 Duo E6700 2.6 GHz oder AMD Athlon64 X2 6000+ 3.0Ghz oder besser
Grafikkarte: 512 MB DirectX 9.0 kompatible Grafikkarte mit Shader Model 5.0 Unterstützung oder besser

Quelle: csr/das

 
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