| 07.57 Uhr

Fünfter Geburtstag des Foto-Dienstes
Instagram – die Welt in Filtern

Ein kurzer Blick in Instagram
Ein kurzer Blick in Instagram FOTO: Instagram
Düsseldorf. Die erfolgreiche Foto- und Videoplattform feiert heute fünften Geburtstag. Bearbeitete Fotos sind nicht nur bei Schülern und Studenten beliebt: Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört genauso zum Club wie WM-Held Mario Götze. Von Vassili Golod

Instagram ist ein Fluchtort aus der realen Welt. Eine bunte Bilderwelt, die sich aus verschiedenen Filtern zusammensetzt. Dutzende Apps finden sich auf den Bildschirmen mobiler Geräte, aber nur wenige sind so beliebt wie Instagram. Mike Krieger und Kevin Systrom haben das soziale Netzwerk gemeinsam entwickelt. Das war 2010. Die Anwendung mit dem Symbol der kleinen eckigen Kamera im Retro-Look wurde schnell sehr beliebt. So beliebt, dass Facebook-Boss Mark Zuckerberg im Jahr 2012 eine Milliarde US-Dollar auf den Tisch legte, um sich das junge Netzwerk zu sichern. Die Investition hat sich gelohnt: Heute wird die App von mehr als 400 Millionen Menschen genutzt - Tendenz steigend. Doch die Konkurrenz schläft nicht, und Dienste wie Snapchat revolutionieren die Social-Media-Welt. Trotz des eigenen Kindergartenalters muss sich Instagram dieser Tatsache stellen.

Die Erfolgsformel bleibt aber vorerst bestehen: Schnell und unkompliziert können die Nutzer mit der App ihre Fotos bearbeiten und mit der Netzgemeinde teilen. Foto machen, Filter drüber, fertig. Paloma Parrot zählt zu den erfolgreichsten Instagrammerinnen Deutschlands. Im Vergleich zu Youtubern wie der Düsseldorferin Daggi Bee, die gestern vor drei Jahren ihr erstes Video hochgeladen hat, steht sie stellvertretend für die gesamte Instagrammer-Szene eher im Hintergrund. Vor zwei Jahren wurde Paloma durch eine Arbeitskollegin auf die Foto-App aufmerksam gemacht. "Ich bin gelernte Fotografin, konnte in dem Job aber nie richtig Fuß fassen", erzählt die Dortmunderin. Jahrelang arbeitete die junge Frau deshalb in einem anderen Beruf, den sie - genau wie ihren echten Namen - lieber für sich behalten möchte.

Diese Bilder sind typisch für Instagram FOTO: Instagram

Auf Instagram konnte Paloma ihrer Liebe zur Fotografie freien Lauf lassen. Mit kreativen Bildern baute sie sich in kürzester Zeit eine große Anhängerschaft auf. "Mit Likes an sich verdient man kein Geld. Aber wenn viele Leute auf das Herz drücken, werden Kunden auf einen aufmerksam", sagt sie. Seit Anfang des Jahres ist die Instagrammerin selbstständig. Sie lebt ihren Traum und reist als Fotografin durch Ruhrgebiet, Rheinland und die Welt. "Ich habe dieser App viel zu verdanken. Das Leben, das ich gerade führen darf, wäre ohne Instagram nie möglich gewesen."

Dunkle Motive können mit einem Wisch aufgehellt werden, im echten Leben ist das nicht so einfach. Das Essen, die Yogaposen, die Farben - fast alles, was bei Instagram gepostet wird, ist nah an der Perfektion, es ist konstruiert. Das ist eine Gefahr. Jugendliche folgen ihren Stars, fühlen sich ihnen über das Netzwerk ganz nah und vernachlässigen das reale Leben. Instagram ist vor allem viel Inszenierung. Auf dem Profil von Angela Merkel wird es keine Fotos in Freizeitklamotten geben. Das passt nicht in das Bild einer starken Regierungschefin. Der Reiseblogger Murad Osmann wird keinen Einblick in seinen Hobbykeller geben. Das wäre nicht spektakulär genug. Mario Götze bei einer ausgelassenen Feier mit vielen Kaltgetränken? Niemals.

Instagram hat gezeigt, dass es mehr ist als nur ein Fotobuch für leckere Mahlzeiten. Das Netzwerk ist politisch, sportlich und manchmal privat. Aber die Menschen zeigen selten die ungeschminkte Wahrheit. So wie der chinesische Regierungskritiker Ai Weiwei es jetzt getan hat. Er hat in seinem Atelier in Peking Abhörgeräte entdeckt und die Fotos gepostet. Sein Kommentar: "Es gibt immer Überraschungen."

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

5 Jahre Instagram – die Welt in Filtern


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.