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Unternehmen rufen Nutzer zu Vorsicht auf: Auch Yahoo und Googlemail von Hackern geknackt

zuletzt aktualisiert: 07.10.2009 - 07:33

San Francisco (RPO). Die Hacker-Angriffe auf Zugangsdaten zu persönlichen E-Mail-Konten weiten sich aus. Nach dem Anbieter Hotmail gaben am Dienstag auch die Mitbewerber Yahoo und Google bekannt, dass Passwörter von Privatkonten geknackt und im Internet veröffentlicht worden seien.

Die betroffenen Nutzer müssten die Passwörter für ihre E-Mail-Konten ändern, um den unbefugten Zugriff zu verhindern, teilten die Unternehmen auf AFP-Anfrage mit.

Am Vortag hatte der zum Microsoft-Konzern gehörende Anbieter Hotmail mehr als 10.000 Konten sperren müssen, nachdem Hacker die Passwörter geknackt haben. Wie viele E-Mail-Konten bei Yahoo und bei Googles E-Mail-Sparte Gmail betroffen waren, war zunächst unklar. Ein Vertreter von Gmail sprach von einer "kleinen Zahl", bei Yahoo war von eine "begrenzten Anzahl" die Rede.

Hotmail, Yahoo und Gmail erklärten übereinstimmend, dass die Zugriffe auf die persönlichen Daten nicht durch Lücken in den Sicherheitsprogrammen, sondern durch so genanntes "Phishing" zustande gekommen seien. Dabei werden Nutzer etwa mit betrügerischen E-Mails zur Preisgabe geheimer Daten gebracht. Die Unternehmen riefen die Nutzer zu Vorsicht auf und rieten, regelmäßig die Passwörter für die E-Mail-Konten zu ändern.

Zugang gesperrt

Nach dem Hacker-Angriff haben tausende Kunden von Hotmail den Zugang zu ihren E-Mail-Konten verloren. Der US-Softwaregigant Microsoft sperrte am Montag den Zugang zu den Konten, weil Hacker die Passwörter für die E-Mail-Konten geknackt und im Internet veröffentlicht hatten. Microsoft appellierte an die Hotmail-Kunden, aus Sicherheitsgründen regelmäßig ihre Passwörter zu ändern.

Die E-Mail-Konten seien gesperrt worden, "damit niemand Fremdes damit Missbrauch treiben kann", sagte ein Sprecher von Microsoft Deutschland in München. Es gehe um insgesamt gut 10.000 E-Mail-Konten, deren Zugangsdaten auf einer Internetseite veröffentlicht worden seien. Zur Zahl der betroffenen Hotmail-Nutzer in Deutschland machte er zunächst keine Angaben.

Formblatt ausfüllen

Um wieder Zugang zu ihren gesperrten E-Mail-Konten zu bekommen, müssten Hotmail-Nutzer nun ein Formblatt ausfüllen - mit so vielen Angaben, "wie man noch zusammenkriegt", sagte der Sprecher in Deutschland. Unter anderem könnten Informationen zu den E-Mails im Posteingang oder die Antwort auf eine beim Einrichten des Kontos beantwortete "geheime Zusatzfrage" helfen, den Nutzer eindeutig zu identifizieren. Das Ausfüllen bedeute zwar einen gewissen Aufwand, "aber es geschieht zum Schutz des rechtmäßigen Besitzers".

Microsoft appellierte an die Kunden, mindestens alle 90 Tage ihre Passwörter zu ändern. Sie sollten dabei zum Beispiel aus den Anfangsbuchstaben der Wörter eines Satzes unübliche Buchstabenkombinationen bilden oder Sonderzeichen und Zahlen einfließen lassen. Zum Schutz vor "Phishing" sollten Nutzer außerdem unbedingt eine aktuelle Virenschutz-Software verwenden, um sich der "Trojaner" zu erwehren. Kunden sollten bei E-Mails außerdem sehr vorsichtig mit unbekannten Anhängen oder Internet-Links sein.

Ein Microsoft-Sprecher betonte, dass es sich nicht um eine Sicherheitslücke bei Microsoft gehandelt habe, sondern um ein "branchenweites Problem". Nach Informationen der britischen BBC waren auch Konten des Anbieters Gmail von Google betroffen.

Quelle: AFP/csr

 
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