| 15.12 Uhr

"Scarface" für Grundschüler?
Aufregung um brutale "Schulaufführung"

Ärger um Kinderaufführung von "Scarface"
Ärger um Kinderaufführung von "Scarface" FOTO: Screenshot Youtube
Düsseldorf (RPO). Darf so etwas sein? Ein kleiner Junge, vielleicht sieben Jahre alt, steht als Mafiaboss mit (Spielzeug-)Pistole auf der Bühne und knallt seinen Bodyguard ab. Ein Mädchen mimt die sexy Gefährtin samt Flüchen, die keineswegs jugendfrei sind. Das Video dieser angeblichen Schulaufführung sorgte für Aufregung bei Youtube. Doch nun stellt sich heraus: Es war ein Fake.

Eine wackelige Kamera-Einstellung: Man sieht eine kleine Bühne, eine laienhafte Kulisse mit Plastikpalmen, Stofftiger und einen Schreibtisch voller Popcorn. Die Schauspieler sind geschätzt im Alter von Erstklässlern. Die Narbe, die dem berühmten Film von Brian de Palma den Namen gab, zieht sich quer über das Gesicht des kleinen Jungen, der den Mafiosi Tony Montana spielt.

Mit düsterere Miene erzählt er in seiner Rolle als Gangsterboss von Drogengeschäften und Gewalt. Gleich daneben ein kleines Mädchen mit blonder Perücke und knallrotem Lippenstift als Mafia-Liebchen. Im Showdown kommt es schließlich zur Massen-Ballerei: Tony wird erschossen und fällt in den Pool – im Video ein Planschbecken.

Der Dialog und die Gewaltszenen wären im Kino wohl höchstens in Filmen ab 16 Jahren erlaubt. Das Video soll eine Schulaufführung zeigen – tut es aber nicht. Laut Internet-Magazin TMZ.com drehte der bekannte Regisseur Marc Klasfeld mit Rockhard Films (arbeitete unter anderem für Lady Gaga) den Trailer. Die Kinder wurden demnach von einem Casting-Agenten nach ihrer Ähnlichkeit mit berühmten erwachsenen Filmfiguren ausgewählt. Das Publikum war laut des Magazins eine Mischung aus Familienmitgliedern, Kollegen und Freunden des Teams.

Die User bei Youtube sind empört: "Das ist unakzeptabel für solch kleine Kinder", schreibt einer als Kommentar. "Ich kann es nicht glauben. Wie kann mit Kinder so vorführen?", fragt ein anderer. Und sie regen sich auf, obwohl sie wissen, dass die ganze Szene keineswegs so in einer Schulaufführung gezeigt wurde. Doch die Kinder hätten ja durchaus ganz real die Szenen gespielt – und die Eltern auch noch dazu ihre Erlaubnis gegeben, empört sich ein User.

(top/tim)
 
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