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Verschärfter Wettbewerb bei DSL-Anbietern: Breitband-Internet wird endlich billiger

zuletzt aktualisiert: 19.08.2004 - 07:17

Frankfurt/Main (rpo). Fünf Jahre ist es her, dass in Deutschland mit DSL die Breitband-Technik großflächig Einzug erhielt. Doch der richtige Boom blieb lange aus, die Preise für die Zugänge waren einfach zu hoch. Inzwischen herrscht ein reger Wettbewerb auf dem Markt - und jetzt purzeln endlich auch die Preise.

Angesichts eines verstärkten Wettbewerbs kommen immer mehr DSL-Anbieter ihren Kunden mit Preisabschlägen entgegen oder packen zusätzliche Leistungen drauf. Besonders aktuell ist hier gerade das Telefonieren übers Internet, in der Fachsprache als "Voice over IP" (VoIP) bezeichnet.

Neben dem Marktführer T-Online wirbt eine wachsende Zahl von anderen DSL-Anbietern um die große Gruppe der Internet-Nutzer, die mit einem Analog-Modem oder mit ISDN ins Netz gehen.

Von den rund 38 Millionen Telefonanschlüssen in Deutschland können bislang 34 Millionen mit der DSL-Technik ausgestattet werden. Zur Jahresmitte gab es mehr als 4,7 Millionen DSL-Anschlüsse. Bis Ende 2007 rechnet die Telekom-Tochter T-Com mit zehn Millionen DSL-Anschlüssen.

Nutzungsgebühren mächtig in Bewegung

Die Kostenrechnung für das schnelle Internet gliedert sich in die beiden Teile DSL-Anschluss und Internet-Nutzung. Die Grundgebühr für den Anschluss beträgt bei der Telekom-Tochter T-Com seit Anfang April 16,99 Euro - bei einer Download-Grundgeschwindigkeit von einem Megabit pro Sekunde (T-DSL 1000).

Dann gibt es da noch eine einmalige Bereitstellungsgebühr von 99,95 Euro, die aber zum Teil von den Internet-Providern übernommen wird und auch bei der Telekom zurzeit mit Nutzungsgebühren für T-Online verrechnet werden kann. Diese Nutzungsgebühren sind es, die mächtig in Bewegung geraten sind.

Beim Einsteigertarif von Marktführer T-Online, T-Online dsl 1500, kosten 1,5 Gigabyte im Monat 9,95 Euro. Bei Strato schlägt die DSL-Übertragung von zwei Gigabyte im Monat aber nur mit 2,95 Euro zu Buche. Der Berliner Anbieter ist erst im April ins Festnetz-DSL-Geschäft eingestiegen und will nach Angaben seines Sprechers Carsten Zorger bis Ende 2005 zu den fünf größten DSL-Anbietern in Deutschland gehören.

Qual der Wahl zwischen Vielzahl von Tarifen

"Wir beobachten die Entwicklung genau, werden aber nicht jeder Preissenkung hinterher laufen", sagt T-Online-Sprecher Michael Schlechtriem. Zurzeit gebe es keine konkreten Pläne, an den Preisen etwas zu ändern. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr mindestens 50 Prozent der neuen DSL-Kunden an sich zu binden. Als umfassender Anbieter von Inhalten etwa zur Fußball-Bundesliga blickt T-Online aber auch weit über das reine "Access-Geschäft" mit dem Internet-Zugang hinaus.

Ist die Entscheidung für DSL erst einmal gefallen, steht der Kunde vor der Wahl zwischen einer Vielzahl von Tarifen. Für die meisten Internet-Nutzer sind Volumentarife sinnvoller als die Flatrate mit unbegrenzter Datenmenge, die bei T-Online seit November 2002 mit 29,95 Euro abgerechnet wird - und damals wurde die Flatrate nicht etwa gesenkt, sondern kräftig angehoben.

"Die meisten Kunden haben inzwischen ein Gefühl dafür, wie viel sie surfen", sagt Nicole Braun als Sprecherin des Providers 1&1. Auch Strato-Sprecher Zorger sieht "einen eindeutigen Trend zu Volumentarifen und weg von der Flatrate". Bei T-Online wird ebenfalls eine starke Nachfrage nach den Volumentarifen registriert, aber auch ein weiteres Wachstum bei der Flatrate.

Pakete mit einer Vielzahl sich ergänzender Leistungen

Um sich von den Wettbewerbern abzuheben, schnüren alle DSL-Anbieter Pakete mit einer Vielzahl sich ergänzender Leistungen. Das reicht von kostenloser Hardware wie dem DSL-Modem über Abschläge beim Kauf von Routern für die Einrichtung eines privaten Computernetzes bis hin zu Freiminuten oder dem Web-Hosting für die eigene Homepage.

Bei Freenet, der United-Internet-Tochter 1&1 und anderen wird DSL zusammen mit dem Internet-Telefonieren angeboten. Mit dem "Fritz!Box Fon" des Geräteherstellers AVM steht hier ein DSL-Modem zur Verfügung, an das auch das Telefon angeschlossen werden kann.

Weil DSL eine gute Übertragungsqualität biete, werde Voice-Over-IP auch für Privatanwender interessant, erklärt 1&1-Sprecherin Braun. Völlig kostenlos sind Telefonate zwischen zwei VoIP-Kunden von 1&1, bei Anrufen ins Festnetz wird jedes Inlandsgespräch mit einem Cent je Minute berechnet.

Auch bei Arcor wird für Herbst ein Angebot für das Telefonieren im Internet vorbereitet, wie Firmensprecher Paul Gerlach erklärt. Arcor nutzt nicht nur das Resale-Verfahren, bei dem Bandbreite von einem Großanbieter wie T-Com oder der spanischen Telefonica angekauft wird, sondern unterhält auch ein eigenes Leitungsnetz, das bis zum Jahresende 40 Prozent der Fläche abdecken soll.

"Wenn die Sommerpause vorbei ist, wird es im Herbst richtig spannend", erwartet Strato-Sprecher Zorger. Mit dem wachsenden Preisdruck bei DSL bieten sich für Internet-Freaks neue Möglichkeiten, sich im Netz auszutoben.

Neben den schnelleren DSL-Zugängen wie T-DSL 3000 mit drei MBit/sec beim Download und 384 KBit/sec beim Upload (Anschlussgebühr 24,99 Euro) gibt es auch die Möglichkeit, sich einen DSL-Anschluss mit fester IP-Adresse zuzulegen - damit steht dem eigenen Server für Web-Präsenz, FTP-Datenaustausch und E-Mail nichts mehr im Wege.

Quelle: ap

 
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