Stau auf der Datenautobahn: Bricht das Internet 2010 zusammen?
zuletzt aktualisiert: 22.11.2007 - 21:00Düsseldorf (RPO). Wir chatten und mailen, laden uns Musik herunter und verschicken Datenmengen einmal rund um den Erdball. Jetzt schlägt ein Markforschungsinstitut Alarm: Laut Nemerts stößt das Internet 2010 an seine Grenzen. Bricht das Netz dann in sich zusammen?
Das Internet platzt aus allen Nähten - und schuld sind wir, die unbekümmert durch die Gegend surfen, Daten verschicken oder von Internetseiten ziehen. Nach einer Studie, die das Marktforschungsinstitut Nemerts vorgelegt hat, ist die Datenautobahn voll - und die Zahlen alarmierend. Allein in diesem Jahr sollen die Webinhalte um 161 Exabyte gestiegen sein. Eine Zahl, mit der Ottonormal-Verbraucher wohl nur wenig anfangen können. Sie hört sich an wie "Trillionen" oder "Billiarden" - und um ähnliche Größenordnungen geht es auch.
Grund für die großen Datenpakete sind Videokonferenzen und E-Learning-Programme, Videos im Netz und riesige Speicherkapazitäten, die zum Beispiel für Plattformen wie Youtube zur Verfügung stehen. Allein hier wird jeden Monat ein Datenverkehr von 27 Petabytes erzeugt - das sind umgerechnet 27 Millionen Gigabytes. Laut Johna Till Johnson, Präsidentin von Nemerts, einfach zu viele Datenmengen, als das es nicht spätestens in einigen Jahren Probleme geben könnte.
Damit das nicht passiert, müssten alleine in den Vereinigten Staaten bis zu 55 Milliarden Dollar investiert werden, schätzt Johnson. In so genannte Hochgeschwindigkeitsnetze und leistungsfähigere Glasfasernetze. Weltweit sieht das Nemerts-Institut einen Investitionsbedarf von 137 Milliarden Dollar in so genannte Backbone-Netze. Das sind die "Hauptstränge" des Internets, die aus verschiedenen miteinander verbundenen Netzwerken bestehen.
"Wir predigen nicht das Ende des Internet", sagt Johnson. "Wir wollen nur darauf hinweisen, dass Investitionen notwendig sind, damit der Internetnutzer weiterhin schnell surfen und das Angebot entsprechend nutzen kann." Die enorm wachsenden Datenberge könnten das Internet merklich verlangsamen - vorausgesetzt es fließen einige Dollar und Euros: Verkehrsnetze müssen gepflegt werden, auch virtuelle.
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