Südafrika: Brieftaube schlägt Internet
zuletzt aktualisiert: 12.09.2009 - 15:01Düsseldorf (RPO). Brieftaube gegen Internet – 1:0. Das ist das kuriose Ergebnis eines ungewöhnlichen Wettstreits zwischen einer Breitband-DSL-Leitung und einer mit USB-Stick ausgestatteten Brieftaube. Wer sich hierzulande über seinen Internet-Anschluss aufregt, hat damit eine vielleicht beruhigende Erkenntnis: In anderen Ländern ist alles noch viel schlimmer.
Namentlich in Südafrika. Dort nämlich fand das ungewöhnliche Wettrennen zwischen DSL-Leitung und Brieftaube statt. Viele Südafrikaner kritisieren schon lange, dass ihnen die Telekommunikationsanbieter des Landes zwar schnelles Breitband-Internet versprechen, die theoretische Geschwindigkeit aber durch langsame Technik ausgebremst wird.
Für den tagtäglichen Internet-Frust gibt es nun auch den empirischen Beweis: Der Mitarbeiter eines Callcenters in Howack stattete eine Brieftaube mit einem 4-Gigabyte-USB-Stick aus und schickte sie in das 100 Kilometer entfernte Durban. Während die Brieftaube für den Flug laut der Nachrichtenagentur Bloomberg weniger als drei Stunden benötigte, waren per DSL in derselben Zeit gerade einmal vier Prozent der Daten transferiert.
Für die geplagten Internetnutzer des Landes dürfte der Mitarbeiter mit der Aktion zum Held geworden sein. Weniger erfreulich ist die Nachricht dagegen für den nun überall genannten Schnecken-Internetprovider Telkom South Africa Ltd. Ein Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage von Bloomberg jedenfalls nicht kommentieren.
Die Idee zu dem Experiment kam dem Mitarbeiter laut dem Radiosender "Einslive" durch einen Scherz des Chefs: Als das Internet mal wieder quälend langsam war, habe dieser scherzhaft bemerkt, da "könne man ja gleich eine Brieftaube" schicken. Man kann, wie man sieht – und fährt damit sogar besser. Ob das Callcenter künftig den Internet-Vertrag kündigt und künftig allein auf Brieftauben setzt ist dagegen nicht bekannt.
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