Neue Open-Source-Software: Chatten, mailen, schreiben mit Google Wave
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 29.05.2009 - 14:57Düsseldorf (RPO). Mit Freunden plaudern, Schach in Echtzeit spielen, twittern, E-Mails verfassen oder mit anderen Autoren an einem gemeinsamen Text schreiben – das alles auf einmal soll bald durch eine neue Google-Software möglich sein. Google Wave heißt das Multitalent, das der Konzern nun der Öffentlichkeit ankündigte.
Bei der jährlichen Google-Entwicklerkonferenz I/O präsentierte Programmierer Lars Rasmussen das jüngste Google-Produkt. Die neue Kommunikationsplattform soll noch im Laufe des Jahres erscheinen und als Open-Source-Software kostenlos erhältlich sein. Das bedeutet, dass die Nutzer Zugang zum Quellcode der Software haben. So können sie Google Wave kontinuierlich weiterentwickeln und ergänzen.
Rasmussen beschreibt in einfachen Worten, wie es funktioniert: In Google Wave erstellt man eine Wave und fügt Leute hinzu. Alle Teilnehmer der Wave können auf gestaltete Texte, Fotos, Gadgets und sogar Feeds aus anderen Quellen im Internet zugreifen und eine Antwort einfügen oder die Wave selbst bearbeiten.
Die Server-Software vereint die Fähigkeiten gleich mehrerer unterschiedlicher Angebote. Die Nutzer können sowohl wie bekannt E-Mails versenden, als auch miteinander chatten, also simultan kommunizieren. Ein neuer Gesprächspartner kann jederzeit dazugeladen werden. Er sieht dann auch die vorherige Kommunikation.
Gemeinsam an Dokumentationen arbeiten
Ähnlich wie bei Wikipedia soll Wave mehreren Nutzern ermöglichen, gemeinsam an inem Text oder einer Dokumentation zu arbeiten. Laut Google sollen die Änderungen und Hinzufügungen nahezu in Echtzeit für alle sichtbar werden. Damit der Entstehungsprozess nachvollziehbar bleibt, können auch die einzelnen Bearbeitungsschritte angezeigt werden. Mit Wave lassen sich laut Rasmussen auch Karten, Videos und Fotos einbetten. Tabellen sind ebenso möglich wie Textdokumente.
Die Software behandelt dabei Kommunikation und Dokumente als zusammenhängende Objekte, so genannte "Waves" (Wellen). Die Waves lassen sich auch in andere Webseiten integrieren.
Welche Vorraussetzungen nötig sind, um Wave betreiben zu können, hat das Internet-Unternehmen noch nicht öffentlich gemacht. Auch Sicherheitsstandards sind noch nicht bekannt. Ein Google-Account soll jedoch keine Teilnahme-Voraussetzung sein. Das Unetrnehmen will auch anderen Web-Seiten-Betreibern erlauben, die Software auf ihren Servern laufen zu lassen. Google Wave bietet offene Programmierschnittstellen (APIs) an. Über sie können Entwickler Waves in andere Internetdienste einbinden und Erweiterungen gestalten, die innerhalb der Waves selbst arbeiten.
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