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Deutschlandstart
Das antwortet Netflix auf Ihre Fragen

Deutschlandstart: Das antwortet Netflix auf Ihre Fragen
Daniel Fiene im Gespräch mit Netflix-Gründer Reed Hastings. FOTO: Daniel Fiene
Berlin. Mit einer kleinen Überraschung ist der Streamingdienst Netflix jetzt in Deutschland gestartet: Die hochgelobte eigene Serie "House of Cards" ist doch in Deutschland zu sehen, obwohl die Rechte nicht bei Netflix liegen. Uns haben viele Fragen von Ihnen zur neuen Konkurrenz von Watchever und Maxdome erreicht. Wir haben sie an Netflix weitergegeben. Von Daniel Fiene

Zum Deutschlandstart hat sich Netflix in Berlin ein eigenes Haus gemietet, um zu demonstrieren, in welchen Alltagssituationen der Streamingdienst eine Rolle spielt kann: Vom Fernsehgerät im Wohnzimmer, über das Tablet in der Küche bis hin zur Konsole im Kinderzimmer.

Für wen sich das Angebot lohnt haben wir bereites hier für Sie getestet. Wir haben zum Antrittsbesuch bei Netflix vorbei geschaut, mit Ihren Fragen im Gepäck, die Sie uns via Facebook und über Twitter mitgegeben haben. Hier sind die Antworten von der Chefetage von Netflix, die Sie sich jeweils auch als Audiodatei im englischen Original anhören können.

Dazu passt die Frage von Jasmin auf Facebook: "Fragt doch mal, warum es kein Game of Thrones gibt?"

Ted Serandos (Chief Content Officer) erklärt, dass man sich Netflix als großen Fernsehkanal vorstellen muss. Auf diesem gibt es die Inhalte der Konkurrenz nicht zu sehen. Game of Thrones wird von HBO produziert. HBO hat in Deutschland seine Rechte an Sky lizensiert, sodass die nicht bei Netflix gezeigt werden können.

Tobi fragt über Facebook: "Ist auch "House of Cards" zu sehen?"

Obwohl Sky die Rechte an "House of Cards" hat, kann Netflix die selbstproduzierte Serie dennoch zeigen. Laut Ted Serandos (Chief Content Officer) müssen die Netflix-Kunden sich aber bei der anstehenden dritten Staffel ein paar Monate gedulden. Zunächst darf Sky die Serie in Deutschland exklusiv zeigen. Als Netflix diesen Deal mit Sky einging, waren die Deutschland-Startpläne noch nicht sicher. Netflix brauchte zudem internationale Partner, wie Sky, um das finanzielle Risiko der ersten selbstproduzierten Serie nicht alleine zu tragen.

Die Untertitel und Audiospuren in verschiedenen Sprachen lassen sich individuell auswählen. Es gibt nur sehr wenige Fälle, in denen Untertitel direkt in das Filmmaterial durch die Produzenten eingebrannt sind (zum Beispiel bei Lost), dann kann Netflix die Untertitel nicht deaktivieren. Laut Neil Hunt (Chief Product Officer) geht es bei Dolby und DTS um das Enkodieren von Audio. Netflix enkodiert den Sound mit Dolby Digital Plus. Dieser Standard soll erst einmal beibehalten werden. In der nahen Zukunft könnte der Standard 7.2 durch Netflix unterstützt werden. Wenn es um Sound geht, kümmert sich Netflix sehr um den Dynamikumfang (dynamic range), damit der Klang für den Zuschauer so ist, wie es der Regisseur vorgesehen hat.

Michael fragt über Facebook: "Warum muss man für die Nutzung eines Accounts auf mehreren Geräten gegenüber der Konkurrenz doch einen signifikanten Preisaufschlag zahlen?"

Es gibt drei Preisstufen. Für 7,99 Euro kann in SD-Qualität auf einem Bildschirm gleichzeitig geschaut werden. Für 8,99 Euro kann in HD-Qualität auf bis zu zwei Bildschirmen gleichzeitig geschaut werden. Für 11,99 Euro kann auf bis zu vier Bildschirmen in HD- und UltraHD-Qualität Netflix genutzt werden. Laut Netflix-CEO Reed Hastings ist dieses Preismodell bei den Kunden besser angekommen. Die Alternative wäre gewesen, die eigenen Serien nur in teureren Paketen anzubieten.

Lukas fragt über Facebook: "Warum stehen auf der Homepage nicht direkt die Preise? Es steht dort ein kostenloser Monat, eigentlich sollten da aber alle Paket Preise stehen & auch wie die Pakete aufgebaut sind. Das ist leider nicht ersichtlich."

Nach dem Gespräch bat der Netflix-Gründer Reed Hastings noch um eine Notiz zu dieser Anregung, damit dies geändert werden kann. Die Preispakete sollen gut sichtbar erklärt werden.

Frank fragt über Facebook: "Ist geplant, alles in HD zu streamen?"

Neil Hunt (Chief Product Officer) erklärt, dass bereits heute ungefähr die Hälfte aller Produktionen in HD zu sehen sind. In UltraHD gibt es derzeit die zweite Staffel von "House of Cards" und "Breaking Bad" zu sehen, dies sei aber mehr eine technische Demonstration. Alle neuen Produktionen würden aber in UltraHD aufgenommen. Wer zu Hause die Angebote in Standard-Qualität schauen möchte, braucht mindestens einen 3 MBit/s Internet-Anschluss. Für HD werden 5 MBit/s empfohlen. UltraHD benötigt 20 MBit/s.

Larissa fragt über Facebook: "Ich möchte wie bei der YouTube-App mir was auf dem Smartphone aussuchen und dann auf meinen SmartTV schicken. Warum geht das nicht?"

Neil Hunt (Chief Product Officer) empfiehlt die Nutzung eines Chromesticks von Google. Dieser wird an ein Smart-TV-Gerät gesteckt. Über die Netflix-App auf dem Smartphone kann dann ein Video direkt an den Chromestick geschickt werden und der Film oder die Serie ist dann auf dem Fernsehgerät zu sehen. Dies funktioniert auch über die Airplay-Funktion des Apple-TVs.

Harry fragt über Netflix: "Gibt es perspektivisch die Möglichkeit Inhalte runterzuladen? Ich habe gehört, dass es bei Netflix nicht geht, sondern nur Streaming. Ich mache mir da etwas sorgen wegen der Streaming-Geschwindigkeit, wenn der Run auf Netflix und Co. losgeht?"

Neil Hunt (Chief Product Officer) betont, dass sich Netflix völlig auf das Streamen konzentriert und nicht an eine Offline-Verfügbarkeit glaubt. Aus Nutzersicht sei dies unpraktisch, da jedes Mal die Filme vorgeladen werden müssen. Netflix denke da in einer größeren Dimension: Auf lange Sicht sollen Orte mit mit einer schlechten Internetversorgung -wie Flugzeuge oder Züge- mit Videoservern ausgestattet werden.

Tim fragt über Facebook: "Werden Serien zeitgleich zum US-Start in Deutschland in der OV verfügbar sein?"

Die eigenen Produktionen von Netflix sollen zeitgleich starten. Sofern es die Lizenzen zulassen, werden auch andere Serien direkt im Original zu sehen sein. Laut Netflix-CEO Reed Hastings war es vor allem im Ausland frustrierend, dass es beim Thema TV-Serien zu so großen Wartezeiten kommt. Deswegen hat Netflix angefangen, eigene Inhalte zu produzieren. Um die Wartezeiten auch bei Kinofilmen in den Griff zu bekommen, müsste Netflix auch eigene Filme produzieren - hier sei aber noch nichts spruchreif.

Was Netflix-Gründe Reed Hastings zu einer eigenen deutschen Serie sagt, lesen Sie morgen in unserem Interview mit ihm.

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