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Maxdome, Netflix und Watchever im Test
Das taugt die digitale Videothek

Maxdome, Netflix und Watchever im Test: Das taugt die digitale Videothek
Unser Vergleich der bekannten Online-Videotheken. Vergrößern Sie das Bild für den kompletten Überblick. FOTO: Radowski
Düsseldorf. Mit Netflix ist seit September einer der prominentesten Online-Anbieter von Filmen und Serien nach Deutschland gekommen. Doch hierzulande buhlen bereits viele solcher Dienste um die Gunst der Zuschauer. Ein Vergleichstest. Von Philipp Jacobs

Der Fernsehabend beginnt in Deutschland längst nicht mehr um 20.15 Uhr. Die Zuschauer wollen Filme und Serien dann sehen, wann sie es möchten. Darum boomt der Markt der Flatrate-Angebote im Internet. Flatrate bedeutet: einmal monatlich zahlen, unbegrenzt schauen. Wir haben die vier Marktführer getestet.

Amazon Instant Video Für 49 Euro im Jahr (so viel kostet eine Mitgliedschaft für Amazons Prime-Service) stehen über 35. 000 Filme und Serien bereit, dazu gibt es den schnellen Versandhandel von Amazon. Leider sind von allen Film- und Serieninhalten nur 13 000 Titel im Abo enthalten - den Rest gibt es per kostenpflichtigem Einzelabruf, der nicht Teil des Abos ist. Wer nur den Video-Dienst, ohne die Vorzüge von Amazon Prime abonniert, zahlt 7,99 Euro im Monat - und damit vier Euro mehr als bei der Prime-Variante, die die Video-Flatrate enthält. Für Filmliebhaber finden sich einige Schätze im Abo-Sortiment: "Der Pate", "Vom Winde verweht", "Fargo" und "Scarface" sind enthalten. Bei den neueren Filmen ("Godzilla", "12 Years a Slave") prallt der Nutzer auf eine Einzelabruf-Sperre. Gleiches gilt für Serien. Wer zusätzlich 7,99 Euro im Monat bezahlt, kann den DVD- und Bluray-Verleih Lovefilm (Postversand) dazu buchen. Hier gibt es fast jeden Film.

Maxdome Maxdome bezeichnet sich gerne als Marktführer unter den Streaming-Diensten. Mit 62 000 Titeln ist Maxdome tatsächlich die Nummer eins. 12 000 Titel davon sind im Einzelabruf verfügbar. Damit bleiben 50 000 Filme und Serien, die im Monatsabo enthalten sind. Es befinden sich darunter allerdings "nur" 4500 Filme. Der Rest besteht aus 16 500 Serienfolgen und aus Eigenproduktionen.

Denn Maxdome gehört zur ProSiebenSat1-Gruppe, wodurch die hübsche Zahl von 62 000 Titeln schnell erklärt ist. Die meisten Inhalte sind bekannt aus dem Programm der beteiligten Sender. Allein bei Stefan Raabs Show "TV Total" reicht das Archiv bis ins Jahr 2007 zurück. Bereinigt durch viel Füllmaterial, bleiben nicht mehr viele Highlights übrig. Die größte Auswahl gibt es trotzdem.

So funktioniert Netflix FOTO: Christoph Schroeter

Netflix Als publik wurde, dass Netflix nach Deutschland kommen würde, ging ein Raunen durch die Branche. Schließlich wusste man um den Siegeszug, den der Streaming-Dienst in den USA hingelegt hat. Jeder fünfte Haushalt besitzt dort heute ein Netflix-Konto. Und obwohl Netflix erst seit September hierzulande aktiv ist, kann sich das Angebot sehen lassen. Auch, wenn sich das Unternehmen etwas zu viel zugemutet hat und sein Nutzerwachstum nicht so steigern konnte wie gewünscht. Die Aktie sackte gestern zeitweise um fast 24 Prozent ab.

Diese Serien gibt's bei Netflix

Freilich ist die Breite des Angebots noch ausbaufähig. Doch rund 25 000 Titel in knapp zwei Monaten sind schon ein Argument. Zudem bringt Netflix einige nette Gimmicks mit: einen Algorithmus, der Filmvorlieben erkennt, tolle Eigenproduktionen wie "House of Cards" oder "Orange is the new Black" und englischen Originalton. Großes Manko ist der fehlende Offline-Modus, um Filme und Serien zu speichern und ohne Internetverbindung zu schauen. Nervig ist zudem ein Banner, das einem nahelegt, seine Filmtipps bei Facebook zu posten. Die Bedienoberfläche funktioniert von allen getesteten Diensten dagegen am zuverlässigsten.

Watchever Bei den neuen Filmen hat Watchever bisher das Nachsehen. Oscargekrönte Neuerscheinungen sucht man vergebens. Dafür gibt es einige Klassiker. Ohnehin scheint sich Watchever eher an Filmliebhaber zu richten, die Regisseure wie Quentin Tarantino oder die Coen-Brüder dem Mainstream vorziehen. Fast jeder Film ist sehenswert, und es gibt nur wenig Füllmaterial. Allerdings hapert es bei Serien. Es gibt einige gute und aktuelle wie "Under The Dome", aber leider selten aktuelle Staffeln.

Fazit Im Test machte Netflix den fortschrittlichsten Eindruck. Die originale Tonspur und die Lizenzen, die der Dienst noch in der Reserve hat, sind vielversprechend. Der Preis ist fair - besonders, wenn man sich die Vier-Geräte-Variante für 11,99 Euro mit drei Freunden oder der Familie teilt. So bleiben für den Einzelnen nur knapp drei Euro im Monat. In naher Zukunft dürfte auch die Film- und Serienpalette gewachsen sein.

Quelle: RP
 
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