Bundestagswahl: Deutsche Promis rufen zum Boykott auf
zuletzt aktualisiert: 20.07.2009 - 16:40Düsseldorf (RPO). Am 27. September wird der Deutsche Bundestag gewählt. Rund zwei Monate vor dem Termin soll eine Anti-Kampagne die Bürger an die Wahlurne bewegen. In einem Youtube-Video fordern Dutzende Promis: Geht nicht wählen! Eine pfiffige Idee – die allerdings nicht ganz neu ist.
Die Parolen klingen etwas seltsam, wenn man versucht, möglichst viele Menschen an die Wahlurnen zu bringen. Ausgerechnet Nachrichtenmann Jan Hofer legt ein schockierendes Bekenntnis ab: "Sie werden mir das vielleicht nicht glauben. Aber: Ich gehe nicht wählen!"
"Mister Tagesschau" ist nur einer von einem guten Dutzend Promis, die ihre Abneigung gegen die anstehende Wahl in einem Youtube-Video kundtun. Schauspieler Claude-Oliver Rudolph, TV-Koch Ralf Zacherl oder Regisseur Detlev Buck outen sich auch noch in dem Spot als Wahlmuffel. Mit dem Spot soll natürlich genau das Gegenteil erreicht werden.
Die Kampagne ist eine pfiffige Idee. Leider stammt sie aber nicht aus Deutschland, sondern aus den USA. Stars wie Dustin Hoffman, Leonardo DiCaprio oder Ashton Kutcher beteiligten sich an der Kampagne "5 Friends", die auch im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.
In dem Clip bewarben die Stars keinen speziellen Kandidaten, sondern ermutigten die Menschen, sich gleich in mehreren Gruppen zur Wahl anzumelden. "Wen interessiert schon die Ausbildung unserer Kinder? fragte "Friends"-Star Courteney Cox fassungslos. "Geht nicht wählen, auch wenn wir aktuell das größte finanzielle Desaster der Geschichte erleben", sagte Leonardo DiCaprio. "Wen interessiert das schon?"
Ähnlich destruktiv sind auch die Parolen der deuschen Kampagne, nur sind hier die Promis nicht ganz so hochkarätig. "Geh nicht hin zur Wahl! Alles Kappes!", sagt Claude-Oliver Rudolph. "Ich finde Wahlaufrufe eigentlich Blödsinn", bekennt Detlev Buck. Und Alexandra Kamps ist es eigentlich vollkommen egal, ob der Bürger wählen geht oder nicht.
Bei der "5 Friends"-Kampagne geben die Stars doch nach und nach zu, dass sie doch lieber zur Wahl gehen, um das Schlimmste für ihr Land zu verhindern. Die Zielrichtung der deutschen Kampagne wurde bislang noch nicht offengelegt. Produzenten des Spots sind die Politik-Plattform politik-digital.de und der Fernsehproduzent Probono.
"Es gibt Politikverdrossenheit und Wahlmüdigkeit. Politik-Digital und Probono wollen das thematisieren. Daher gibt es das Video. Mehr dazu auf einer Pressekonferenz am kommenden Dienstag in Berlin, an der unter anderen auch Tagesschau-Chefsprecher Jan Hofer teilnehmen wird", sagt Stefan Gehrke, Geschäftsführer von Politik-Digital.
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