| 16.45 Uhr

Smartphone-Hype
Die zehn irrsten Pannen rund um Pokémon Go

Pokémon-Jagd auf der Girardet-Brücke
Pokémon-Jagd auf der Girardet-Brücke FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Der Hype um das Smartphone-Spiel Pokémon Go ebbt auch eine Woche nach Veröffentlichung in Deutschland nicht ab. Der Sammelwahn der Spieler hat mitunter kuriose Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. Wir haben die skurrilsten Ereignisse rund um die weltweite Jagd nach den Taschenmonstern zusammengefasst.  Von Sebastian Bergmann

  1. In Saudi-Arabien haben Sicherheitskräfte drei junge Männer festgenommen, die auf einem Flughafen auf der Suche nach Pokémon waren. Sie hätten auf dem Parkplatz des Airports der Stadt Dschasan mit ihren Mobiltelefonen Fotos aufgenommen, meldete die saudische Nachrichtenseite Al-Muwatin. Die Männer wurden demnach den Ermittlern übergeben. Es war zunächst unklar, welche Strafen ihnen droht. Die höchste islamische Institution des Landes hatte Pokémon bereits 2001 als Glücksspiel eingestuft und verboten.  
     
  2. Eigentlich wollte ein Marihuana-Konsument in München nur Pokémon fangen, dabei ging er allerdings selbst der Polizei ins Netz. Der 30-Jährige war in München mit einem Joint unterwegs  - und dabei so in das Spiel auf seinem Smartphone vertieft, dass er die Beamten nicht bemerkte. In Trier wurde ein per Haftbefehl gesuchter Mann beim Pokémon-Spiel von der Polizei aufgegriffen. Er muss nun für ein halbes Jahr ins Gefängnis. Die Polizei Hamburg hat bereits einen Leitfaden für Pokémon-Go-Spieler veröffentlicht:
       
     
  3. In Hannover trafen sich etwa 1000 Teilnehmer zu einer Nachtwanderung, um gemeinsam Pokémon zu fangen. "Man lernt extrem viele Leute kennen, und es ist ein Kindheitstraum von mir, draußen Pokémon zu fangen", sagte ein 23-jähriger Teilnehmer. Auch in Berlin und anderen deutschen Städten gab es bereits gemeinschaftliche Pokémon-Jagden.
     
  4. In den Niederlanden scheinen die Pokémon-Jäger selbst vor Zug-Gleisen nicht zurckzuschrecken, um dort die kleinen Taschenmonster zu fangen. Die niederländische Bahn-Aufsicht "ProRail" fühlte sich deswegen veranlasst, Spielentwickler Nintendo zu Änderungen an der App aufzurufen. Diese seien nötig, da viele Spieler unwissentlich auf Gleise geraten waren.
     
  5. Im US-Bundesstaat New York prallte ein 28-Jähriger in Auburn gegen einen Baum und verletzte sich leicht. Er versuchte im Auto ein Pokémon zu fangen und kam dabei von der Straße ab. Auch der 15-jährigen Autumn Deiseroth aus Pennsylvania (USA) wurde die Jagd nach den Taschenmonstern zum Verhängnis. Sie wurde von einem Auto angefahren, als sie auf das Spiel vertieft über die Straße lief. Die Jugendliche erlitt keine schlimmeren Verletzungen und kam mit einem Schrecken davon. In Baltimore rammte ein Autofahrer ein stehendes Polizeifahrzeug. Er gab anschließend dem Spiel die Schuld. 

     
     
  6. Besonders gefährlich ist die Jagd auf Pokémon in Bosnien-Herzegowina. Dort wagen sich einige Spieler selbst in Regionen mit Landminen. Nachdem einzelne Pokemon-Jäger vor den vielen Minenfeldern in dem Balkanland nicht haltgemacht hatten, warnten Medien und Fachorganisationen in Sarajevo jetzt: "Wir bitten die Bürger, die aufgestellten Tafeln wegen der Minengefahr zu beachten." Nach dem Bürgerkrieg von 1992 bis 1995 liegen in dem Land noch auf schätzungsweise mehr als 1100 Quadratkilometern verborgene Minen.
     
  7. In den USA häufen sich derzeit Berichte von Gewalt gegenüber Pokémon-Spielern. In Kalifornien wurde ein Mann von "fünf oder sechs jungen Männern" niedergestochen, während er im Schweitzer Park in Anaheim nach Monstern suchte, berichtet die örtliche Polizei. Und auf dem Campus der University of Maryland sind vier Menschen, darunter auch drei Studenten, bei der Suche nach Monstern ausgeraubt worden. Waffen wurden gezückt, verletzt wurde aber niemand. 
     
  8. Immer wieder klagten Nutzer des Spiels in den vergangen Tagen über Server-Ausfälle, die das Spielen von Pokémon Go unmöglich machten. Auf Reddit  und Twitter bekannte sich jetzt eine Hacker-Gruppe namens "PoodleCorp" zu einem sogenannten DDoS-Angriff auf die Server des Spiels. Dabei werden Server aus einem Netzwerk von Rechnern heraus mit sinnlosen Anfragen bombardiert, um sie in die Knie zu zwingen. Allerdings ist nicht bewiesen, dass hinter den Verbindungsproblemen tatsächlich diese Gruppe steckt. Es könnte sich auch um Trittbrettfahrer handeln.    
  9. In Indonesien hat sich ein Franzose bei der Jagd auf Pokémon auf das Gelände eines Militärstützpunkts verirrt. An einem Kontrollpunkt der Militäranlage in Cirebon sei der 27-Jährige festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher der Provinz West-Java mit. Einige Stunden später sei er freigelassen worden. Auch in Niedersachsen wurden drei Pokémon-Jäger auf einem Truppenübungsplatz erwischt, auf dem gerade mit scharfer Munition geschossen wurde. Der Wachdienst hat das Trio auf dem Gelände der Bundeswehr in der Lüneburger Heide entdeckt.
     
  10. In den USA und Deutschland wurden vermehrt Motorradfahrer dabei beobachtet, wie sie ihre Smartphones bei laufendem Spiel an den Lenker montiert haben. Zudem seien in den USA schon Autofahrer gesichtet worden, die auf der Autobahn wendeten, um Monster einzufangen oder plötzlich auf der Straße stehen blieben, weil ein Pokémon auf dem Armaturenbrett auftauchte. 

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