"Lying-Down-Hype" im Netz: Dieses Spiel kann den Job kosten
zuletzt aktualisiert: 14.09.2009 - 19:47Düsseldorf (RPO). Das Internet spielt mit wachsender Begeisterung das „Lying Down Game“. Einfach an einem ungewöhnlichen Ort flach auf den Bauch legen, die Arme stramm an die Seiten und fotografieren lassen. Zentraler Anlaufpunkt ist eine Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook. 62.000 Nutzer sind dort mittlerweile registriert. Sieben Angestellte hat das Hobby nun aber den Job gekostet.
Sieben Ärzte und Krankenschwestern aus Großbritannien hatten sich nach einem Bericht der britischen Times ebenfalls am Hinlege-Spiel beteiligt. Jetzt sind sie vom Dienst suspendiert, schreibt das Blatt in seiner Online-Ausgabe. Sie sollen ihre Pflichten beim Nachtdienst in einem Krankenhaus vernachlässigt haben.
Der Vorwurf wiegt schwer. Die sieben Beschuldigten sollen sich in einem Hospital im britischen Swindon auf OP-Tischen, Krankenhausfluren, auf medizinischem Gerät oder auch dem Hubschrauberlandeplatz hingelegt haben, um sich dort fotografieren zu lassen. Die 18 Bilder waren später bei Facebook zu sehen. Die Facebook-Seite "Secret Swindon Emergency Department Group" und die zugehörige Gruppe wurden inzwischen gelöscht. Die Betreiber des Krankenhauses haben ein Disziplinarverfahren eingeleitet, heißt es.
Das "Lying Down" erfreut sich im Netz wachsender Beliebtheit. Es ist zu einem globalen Phänomen herangewachsen. Es sammelt Bilder von Menschen auf Telefonzellen, Parkuhren, Haltestreifen, Kühlschränken, Bäumen und vielen skurrilen Orten mehr. Hauptsache schräg, Hauptsache anders, Hauptsache auffallen, heißt das ungeschriebene Gesetz. Die Gruppe der Teilnehmer ist auf 62.000 angewachsen. Vor dem Bekanntwerden der Vorfälle in dem britischen Krankenhaus waren es noch 54.000.
Sie sollten sich bewusst sein, dass das Netz kein rechtsfreier Raum ist, auch wenn es nur eine Blödelei ist, die man dort treibt. Auch beim Info-Dienst Twitter häuften sich zuletzt Fälle, in denen Nutzer gegen des Gesetz verstießen, etwa durch illegales Abhören des Polizeifunks oder öffentliche Drohungen. Wer dies beachtet, dem ist beim „Lying Down Game“ aber sinnfreier Spaß garantiert. Screenshots von den Facebookseiten beweisen es.
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