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.xxx statt .de: Eigenes Kürzel für Sex-Websites

zuletzt aktualisiert: 25.06.2010 - 15:57

Brüssel (RPO). Das Internet bekommt mit zehnjährigem Anlauf nun doch ein Rotlichtviertel. Die Web-Verwaltungsorganisation ICANN beschloss am Freitag, mit der Registrierung von ".xxx"-Adressen zu beginnen. Bislang hatte ICANN die Dachadresse für Pornoseiten abgelehnt.

Dies sei ein Fehler gewesen, erklärte die Organisation nach einer Vorstandssitzung in Brüssel. Regierungen, aber auch christliche Gruppen hatten Druck auf ICANN ausgeübt, die Sammeladresse zuzulassen, um die unkontrollierbare Ausbreitung von Pornoseiten einzudämmen.

Die Firma ICM hatte die Domain erstmals im Jahr 2000 vorgeschlagen. Bei der Adressen-Endung .xxx handelt es sich um eine sogenannte Top-Level-Domain (TLD) - wie etwa .de für Deutschland oder .com für Unternehmen. Mit ihrem Antrag, für Pornografie einen eigenen Bereich einzurichten und sie damit von anderen Angeboten besser abzugrenzen, war ICM bereits drei Mal abgeblitzt. Die Ablehnung stehe jedoch nicht im Einklang mit einer neutralen, objektiven und fairen Verwaltung, teilte ICANN am Freitag mit.

Zu den Kritikern des virtuellen Rotlichtviertels gehören neben strikten Pornografie-Gegnern auch Betreiber entsprechender Angebote. Sie befürchten, dass ein eigener Adressbereich es Behörden und Unternehmen erleichtert, die Seiten mit einer Filtersoftware einfach zu blockieren. Auch der Zugriff Jugendlicher auf die Schmuddelseiten könnte mit der Domain leichter verhindert werden.

Allerdings sind Pornoanbieter nicht verpflichtet, ihre Seiten mit ".xxx" zu adressieren, sie können weiterhin auch beispielsweise ".com" benutzen. Dennoch ist der Andrang immens. Er habe bereits 110.000 Reservierungen, sagte ICM-Chef Stuart Lawley. Er rechnet sogar mit 500.000 Anträgen. Damit würde ".xxx" die zweitgrößte kommerzielle TLD nach ".mobi".

Sechs bis neun Monate nach der offiziellen Genehmigung von ICANN könnten die ersten Websites mit ".xxx"-Endung online gehen. Lawley will die Adressen für je 60 Dollar vergeben, und hofft damit auf einen Gewinn von 30 Millionen Dollar pro Jahr. Zehn Dollar pro Lizenz wolle er für Kinderschutzinitiativen spenden, kündigte er in Brüssel an.

Quelle: AFP/awei

 
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