Themen von Mode bis Kindergarten: Ein Netzwerk nur für Spielerfrauen
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 01.12.2009 - 11:39Die Ehefrauen und Freundinnen der Profisportler gelten als schmückendes Beiwerk ihrer Männer, sitzen perfekt gestylt auf der Tribüne und genießen das luxuriöse Jetset-Leben. Soweit das Klischee. Mit ihrer neuen Internetplattform wollen die Gründerinnen auch ein bisschen gegen dieses Image angehen. "Queens united" ist seit rund acht Wochen online und hat bereits mehr als 150 Queens aus 13 verschiedenen Ländern. Ihre Männer sind Fußballer, Handballer und Eishockeyspieler.
Veranstaltungskauffrau Nora Moosbrugger ist die Lebensgefährtin des Handballprofis Viktor Szilagyi. Sie verließ ihre Heimat Kärnten, um ihm nach Essen, Kiel und Gummersbach zu folgen. Diplom-Soziologin Karolin Knorn packte in München ihre Koffer, weil ihr Freund, Fußballprofi Fabian Lamotte, nun bei Sturm Graz unter Vertrag steht. Zuvor spielte er bei Schalke 04 und TSV 1860 München. Die kurzen Biografien der beiden 29-jährigen Spielerfrauen, zeigen schon eines der typischen Probleme auf: häufige Umzüge.
Während der Mann im Job eingespannt ist und dort auch schnell Kontakte knüpft, müssen sich die Frauen meistens allein am unbekannten Wohnort zurecht finden – mitunter weltweit.
Und so bietet die internationale Kommunikationsplattform Queensunited.com Steckbriefe potentieller Wohnorte, aber auch Tipps zu Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Versicherungen Kindergartenplätze und Umzugshilfen. „Dann haben wir Frauen die Chance, uns bereits vor einem Vereinswechsel gezielt auf die neue Situation vorzubereiten“, sagt Nora Moosbrugger.
Und damit das Ganze nicht allzu nüchtern ist, werden natürlich auch die Bereiche Mode und Lifestyle abgedeckt. "Spielerfrauen sind Frauen. Und wie überall spielen solche Themen natürlich eine Rolle, bei manchen mehr bei anderen weniger. Bei QueensUnited soll sich jeder wohl fühlen und daher bietet die Plattform Themen für jede Lebenslage und einen entsprechenden Bereich dazu", sagt Nora Moosbrugger.
Vor allem soll der Austausch mit anderen Spielerfrauen aber bei der Alltagsbewältigung helfen. Welches die häufigsten Probleme der Frauen sind, wissen die Macherinennen aber nicht. Denn was auf der Plattform erzählt wird, ist größtenteils nicht öffentlich. Mitglied bei queensunited.com können auch nur Spielerfrauen werden, und zwar auf persönliche Einladung.
Die Popularität ihrer Männer und das Interesse der Medien an den Spielerfrauen wollen die Gründerinnen der Website nutzen, um eigene Projekte auf die Beine zu stellen. „Vielleicht können wir mit unserem sozialen Engagement auch das Image der Spielerfrauen aufbessern“, sagt Karolin Knorn. „Das ist in der öffentlichen Wahrnehmung bislang leider noch sehr eindimensional.“
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