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China: Elite-Unis bestreiten Attacke auf Google

zuletzt aktualisiert: 21.02.2010 - 11:26

Shanghai (RPO). Zwei wegen des Hacker-Angriffs auf Google verdächtigte Hochschulen in China haben jegliche Verantwortung für die Cyber-Attacke zurückgewiesen. Die Vorwürfe gegen die Universität Jiaotong in Shanghai seien unbegründet, zitierte die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag einen Universitätssprecher. Auch die Berufsschule Lanxiang in der ostchinesischen Provinz Shandong wies die Anschuldigungen zurück. Alle Schüler seien in Winterferien, erklärte ein Vertreter der Schule.

Die "New York Times" hatte berichtet, Sicherheitsexperten hätten die Hacker-Angriffe auf Computer an den beiden chinesischen Hochschulen zurückverfolgt. Google hatte am 12. Januar bekanntgegeben, dass Hacker in von dem Internetkonzern geführte E-Mail-Konten chinesischer Menschenrechtsaktivisten eingedrungen seien. Auch 30 weitere Unternehmen seien angegriffen worden.

Google hatte im Januar aus Protest gegen Cyber-Angriffe auf sein chinesisches Angebot mit einem Rückzug aus der Volksrepublik gedroht. Ziel der Hacker waren dem Suchmaschinenbetreiber zufolge vor allem E-Mail-Konten chinesischer Dissidenten.

Dalai Lama ruft zum Kampf gegen Zensur auf

Der Dalai Lama rief zu einem entschiedenen Kampf gegen die Zensur in China auf. Die Unterdrückung von Informationen sei der Kern des Problems, sagte das geistliche Oberhaupt der Tibeter in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Das chinesische Volk habe keine Chance zu erfahren, was das Anliegen der Tibeter wirklich sei. Die Regierung in Peking brandmarkt den Dalai Lama als gefährlichen Separatisten, was dieser von sich weist. Er strebt nach eigener Darstellung lediglich eine größere Autonomie für die Tibeter an. Sobald China Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit zulasse, werde es weniger Angst und Zweifel geben. "Das ist die wahre Antwort auf dieses Problem."

Der Mangel an frei verfügbaren Informationen habe es der chinesischen Regierung ermöglicht, ihn als einen Dämon und Terrorist darzustellen, sagte der Dalai Lama. "Sehe ich vielleicht wie ein Dämon aus", fügte der Friedensnobelpreisträger hinzu und hielt sich dabei scherzhaft die Finger wie zwei Teufelshörner an die Schläfen.

Die USA könnten dazu beitragen, dass sich China in eine freiheitliche Gesellschaft wandle, sagte der Dalai Lama. Internet-Firmen wie Google seien wichtig im Bemühen um einen freien Informationsfluss in China. Der Suchmaschinenbetreiber hatte jüngst aus Protest gegen Cyber-Angriffe auf sein chinesisches Angebot mit einem Rückzug aus der Volksrepublik gedroht und dabei auch über Zensur seiner Dienste geklagt. Ziel der Hacker waren Google zufolge vor allem E-Mail-Konten chinesischer Dissidenten.

Das Interview wurde am Samstag in Beverly Hills geführt, wo sich der seit 1959 im Exil lebende Dalai Lama nach seinem Treffen mit US-Präsident Barack Obama in der vergangenen Woche aufhielt. Auf die Frage, welche Folgen die von China scharf kritisierte Begegnung mit Obama haben werde, sagte der Buddhist: "Wir müssen abwarten. Das ist sehr schwierig vorauszusehen."

Quelle: apd/RTR

 
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