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Nach Kritik an ihrem Tweet
Erika Steinbach schimpft über Kardinal Woelki

Chronik: Dauerstreit um Erika Steinbach
Chronik: Dauerstreit um Erika Steinbach FOTO: APN
Köln. Erika Steinbach hat mit einem fremdenfeindlichen Tweet Empörung ausgelöst. Im Netz sieht sie sich einem Shitstorm ausgesetzt. Und auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki kritisiert die Bundestagsabgeordnete scharf. Steinbach schimpft zurück

Auslöser war ein Tweet der Sprecherin für Menschenrechte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion am Samstagmittag. Steinbach postete auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ein Bild, das ein kleines blondes Kind inmitten einer Gruppe dunkelhäutiger Menschen zeigt. Überschrieben ist das Foto mit den Worten "Deutschland 2030", darunter steht: "Woher kommst du denn?"

Woelki sagte dazu über den Twitter-Account des Erzbistums Köln und bei domradio.de: "Das spaltet und schürt Ängste. Es ist ein Schlag ins Gesicht all der Tausenden von Ehrenamtlichen, die sich in der Integrationsarbeit engagieren. Und es spricht Steinbachs Amt als menschenpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion Hohn."

Im Internet gab es zahlreiche weitere kritische Reaktionen auf Steinbachs Tweet, auch aus der eigenen Partei. So schrieb etwa CDU-Generalsekretär Peter Tauber: 

Auf der anderen Seite erhielt die Politikerin auch Zustimmung und wehrte sich am späten Abend über Twitter gegen die Kritik. Unter anderem schrieb sie von "Galgenhumor" und davon, dass sie allen "Realitätsverweigerern" sagen wolle, dass mehr Menschen in Deutschland die Sorge hätten, "dass Einheimische zur Minderheit werden als Sie es für möglich halten".

Zu Kardinal Woelkis Reaktion schrieb Steinbach außerdem:

Steinbach hatte schon mehrfach durch Äußerungen im Internet für heftige Debatten gesorgt. Unter anderem hatte sie nach dem Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo" in Paris geschrieben: "Nur kath. Kirche kritisieren, sonst lebensgefährlich", und das ergänzt durch einen zwinkernden Smiley. Auf die zum Teil harsche Kritik hatte die ehemalige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen später erklärt, bei so grausamen Taten helfe nur Ironie: "Meinungsfreiheit mag nicht jeder, wenn es nicht die eigene ist."

(jco/KNA)
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