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USA-Einreise
19-Jährige wird wegen Facebook-Chat abgewiesen

Service: Das müssen Sie bei der Einreise in die USA beachten
Service: Das müssen Sie bei der Einreise in die USA beachten FOTO: AP
Philadelphia . Bei ihrer Einreise in die USA platzte der Traum: Eine Abiturientin wollte für ein paar Monate durch das Land reisen und ihre Verwandten besuchen. Allerdings warfen ihr die Beamten bei der Einreise vor, illegal in den USA arbeiten zu wollen. Zum Verhängnis wurde ihr ein Chat auf Facebook.

Nach dem Abitur ins Ausland, das gehört heute für viele Jugendliche dazu. Das erste Abenteuer erlebte eine Abiturientin aus Hessen aber schon früher als gedacht. Auf dem Weg zu Verwandten in den USA, wird sie bei einem Zwischenstopp kontrolliert, verhört und am Ende wieder zurück nach Deutschland geschickt. Grund für die Beamten: Der Verlauf ihres Facebook-Chats.

Aimee Valentina Schneider kommt aus dem hesssischen Lahntal und möchte die freien Monate nach dem Abitur nutzen, um in den USA ihre Großcousine zu besuchen. Sie will die Zeit nutzen, um die eigenen Sprachkentnisse zu verbessern und etwas die Welt entdecken. Über Facebook hat sie die Reise dabei mit ihrer Verwandten geplant.

Per Mausklick in die USA: So funktioniert's FOTO: AP

Das wurde ihr jedoch zum Verhängnis, denn beim Umstieg am Flughafen von Philadelphia wird sie bei der Passkontrolle in ein seperates Zimmer gebeten. Dort stellen ihr die Beamten viele Fragen. Sie sind skeptisch, warum Aimee vier Monate in den USA bleiben möchte. "So lange macht doch niemand Urlaub". Die Beamte des Flughafen bezichtigt Schneider der Lüge und droht ihr, dass sie ganz andere Seiten aufziehen werde, wenn sie nicht etwas glaubhaftes erzähle.

USA Reise: Die neuen Lieblingsziel der Deutschen FOTO: dpa, zeh

Zwei volle Stunden dauert die Prozedur, die die Abiturientin über sich ergehen lassen muss. Ihr Koffer wird durchsucht, Fotos von ihr gemacht, Fingerabdrücke genommen und ihr Handy beschlagnahmt. Wenig später Konfrontieren die Beamten Aimee dann mit ihrem Chatverlauf bei Facebook. Dort hat sie ihrer Großcousine nämlich angeboten ihre Kinder von der Schule abzuholen und auf sie aufzupassen. Es ist nicht bekannt, ob sie den Beamten den Sperrcode für das Handy gegeben hat.

Aus Sicht der Abiturienten, wollte sie ihren Verwandten einen Gefallen tun, doch nicht aus Sicht der Beamten am Flughafen. Sie teilen der jungen Deutschen mit, dass sie bei der Beantragung des Visums nicht angegeben habe, dass sie als Au-Pair in den USA arbeiten möchte. Daher sei ihr Visum ungültig und sie müsse ausreisen.

So nimmt die USA-Reise von Aimee ein vorzeitiges Ende. Doch die Zurückweisung der Abiturientin wollen die Eltern nicht auf sich sitzen lassen. Sie haben ihr Anliegen an eine Petitionsstelle und an ihren zuständigen Bundestagsabgeordneten weitergegeben. Die Großcousine aus den USA hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet.

(RPO, Leon Hofacker)
 
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