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Fremdenfeindliche Kommentare bei Facebook
Zuckerberg verspricht Merkel härteres Durchgreifen

Facebook: Marc Zuckerberg verspricht Angela Merkel härteres Durchgreifen
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Angela Merkel beim Arbeitsmittagessen des UN Private Sector Forums 2015. FOTO: dpa, mkx vfd
New York. Mark Zuckerberg, Facebook-Gründer, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Hand versprochen, dass sich sein Unternehmen um eine schärfere Kontrolle rassistischer Kommentare im Internet kümmern werde. Von Martin Kessler

Eine nackte Brust ist binnen kurzem auf Facebook verschwunden. Hasserfüllte, rassistische Hetzparolen bleiben. Das wollte Kanzlerin Angela Merkel nicht hinnehmen. Am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen traf sie in der Kantine der UN mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zusammen. Und der sagte seiner Tischnachbarin prompt zu, sich um dieses Problem zu kümmern.

"Ich denke, daran müssen wir arbeiten", sagte Zuckerberg wörtlich. Merkel fragte, ob sich sein Unternehmen bereits mit Verbesserungen beschäftige. Zuckerberg sagte: "Ja."

Manchmal reicht eben ein Gespräch auf höchster Ebene.

Mark Zuckerbergs Frau Priscilla zeigt Baby-Bauch FOTO: ap

Zuvor hatte Bundesjustizminister Heiko Maas mit Vertretern von Facebook Deutschland versucht, eine ähnliche Übereinkunft zu treffen. Das klappte aber nicht so richtig. Die deutsche Filiale des Internet-Giganten war offensichtlich nicht entscheidungsbefugt. In den USA wird übrigens die Meinungsfreiheit sehr weit ausgelegt. Da ist es möglich, allgemeine Hassparolen, neonazistischen Ungeist und andere rassistische Äußerungen in die Welt zu setzen, ohne dass dies jemand ahndet.

In Deutschland wird das strenger gesehen. Wer mit Hassparolen die Verständigung zwischen Bevölkerungsgruppen stört, muss mit Strafen rechnen. Facebook geht jetzt offensichtlich einen dritten Weg. Es löscht die Hass-Botschaften genauso schnell wie nackte Brüste.

Beim Treffen der Kanzlerin mit Zuckerberg saß auch Popsänger Bono und Microsoft-Haupteigentümer Bill Gates mit am Tisch der Kanzlerin. Alle waren sich der Unterstützung der Ziele der Vereinten Nationen einig, die bis 2030 den Hunger beseitigen will und allen Menschen Zugang zu wichtigen Gütern wie Bildung, Gesundheit, eine saubere Umwelt und Wasser garantieren will.

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(RP/dpa)
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