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Neuer Algorithmus
Facebook erkennt Menschen jetzt auch ohne Foto vom Gesicht

Facebook: Personenerkennung jetzt auch ohne Gesicht möglich
Mit welcher Bundeskanzlerin sich Annette Schavan hier wohl so angeregt unterhält? Facebook weiß es wahrscheinlich. FOTO: dpa, Maurizio Gambarini
Düsseldorf/Menlo Park. Forscher bei Facebook haben einen Algorithmus entwickelt, der Menschen auf Fotos auch dann erkennen kann, wenn ihr Gesicht nicht klar zu sehen ist. Momentan ist das Programm laut Facebook aber noch nicht im Einsatz.

Wie das Wissenschaftsmagazin New Scientist berichtet, haben Mitarbeiter in Facebooks Forschungslabor zu Künstlicher Intelligenz diese Methode zur Personenerkennung entworfen. Der Algorithmus nutzt demnach Eigenschaften wie die Frisur, Kleidung, Figur und Körperhaltung, um eine Person zu identifizieren.

T-Shirt und Frisur geben deutliche Hinweise auf Identität

"Es gibt viele Hinweise. Menschen haben charakteristische Aspekte, selbst wenn man sie von hinten sieht", sagte der Leiter des Forschungslabors, Yann LeCun, dem New Scientist. Als Beispiel nannte er Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Ihn könne man gut erkennen, weil er immer ein graues T-Shirt anhabe.

Die Facebook-Forscher entwickelten das Programm anhand von 40.000 öffentlich hochgeladenen Bildern von der Fotoseite Flickr. In 83 Prozent der Fällen habe das Programm Personen korrekt identifiziert.

LeCun kann sich vorstellen, dass die Personenerkennung ohne Gesicht insbesondere für datenschutzbewusste Nutzer interessant sein könnte. So könne der Algorithmus beispielsweise einen automatischen Hinweis an den Nutzer senden, wenn ein Bild von ihm hochgeladen wird – selbst wenn darauf sein Gesicht nicht zu sehen ist.

Offene Fragen beim Datenschutz

In jedem Fall macht das neue Facebook-Programm deutlich: Das eigene Gesicht zu verstecken, reicht in Zeiten ausgefeilter Algorithmen nicht mehr aus, um die eigene Identität zu verschleiern. "Das wird mit Sicherheit Menschen beunruhigen", so Ralph Gross von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh gegenüber dem New Scientist.

Der Algorithmus sei eindrucksvoll. "Jetzt ist es an der Zeit, diese wichtigen Fragen zu diskutieren", so Gross weiter.

Facebook setzt in den USA und einigen anderen Ländern auch Verfahren zur klassischen Gesichtserkennung ein, um beispielsweise in der Foto-App "Moments" Aufnahmen mit ähnlich aussehenden Gesichtern zu gruppieren.

In Deutschland verzichtet das Netzwerk allerdings aufgrund von Datenschutzbedenken auf die Gesichtserkennung. Deshalb ist die App "Moments" auch hierzulande nicht verfügbar. 

(RPO, HeBu, mit dpa)
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