AVM meldet Telefonmissbrauch bei Routern
Erneut Hackerangriff auf die Fritzbox

Fritzbox 7580 & Co - die neuen Router-Modelle
Fritzbox 7580 & Co - die neuen Router-Modelle FOTO: dpa, tsn sir
Düsseldorf. AVM, Hersteller der Fritzbox, meldet einen erneuten Hackerangriff auf seine Router. Wie schon 2014 kommt es zu einem Missbrauch des Telefonanschlusses. Den Besitzern können hohe Kosten entstehen. Von Christoph Schroeter

Vor zwei Jahren waren Fritzbox-Modelle von AVM betroffen, die einen aktivierten Zugriff über das Internet hatten. Ob es sich aktuell wieder um das gleiche Problem handelt, hat AVM noch nicht bekannt gegeben.

Der Hersteller schreibt auf seiner Seite: "In den letzten Tagen kam es in einzelnen Fällen zu Telefonmissbrauch in Verbindung mit Routern. Bezüglich der Fritzbox ist dies nach aktuellem Stand nur mit selten genutzten Konfigurationen in Verbindung mit älteren FritzOS-Versionen möglich." Man empfehle grundsätzlich den Einsatz der jeweils neuesten Version, aktuell FritzOS 6.50 oder höher.

"Wir haben von Providern Hinweise erhalten, dass es zur Zeit wieder zu Versuchen von Telefonmissbrauch bei Routern - fachlich Fraud genannt - kommt", sagte AVM-Sprecherin Doris Haar unserer Redaktion. Die Provider hätten unverzüglich entsprechende Schritte eingeleitet um den Missbrauch zu verhindern.

Es seien, so AVM, nur einzelne Fritzbox-Kunden betroffen, eine genaue Zahl konnte man nicht nennen. Der Hersteller ruft seine Kunden auf, immer die aktuelle Version des Betriebssystems zu nutzen sowie starke Kennwörter zu verwenden.

BSI riet 2014 sogar zum Update

2014 hatten Kriminelle eine Schwachstelle bei den Fritzboxen ausgenutzt, um über den Fernzugriff auf Kosten des Router-Besitzers sogenannte Telefon-Mehrwertdienste einzurichten.

Außerdem konnten auf der Fritzbox gespeicherte Passwörter gestohlen werden, warnte AVM im Februar 2014. Nach dem Update sollten Nutzer damals alle mit dem Router verbundenen Zugangscodes ändern. Dazu zählten zum Beispiel die Passwörter für E-Mail-Konten, auf die die Geräte mit ihrem sogenannten "Push Service" zugreifen.

Hersteller AVM hatte kurz darauf die Sicherheitslücke geschlossen. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik riet damals zu einem Update. 

>>>Welche neuen Funktionen die Fritzbox-Router nach dem Update auf FritzOS 6.5 bekommen, erklören wir hier.

Routerzwang fällt

Zum 1. August tritt die gesetzlich verankerte Routerfreiheit in Kraft. Ab dann müssen Kunden nicht mehr den Zwangs-Router ihres Anbieters nutzen.

Dieser Zwang bestand häufig bei Kunden von Kabelanbietern. Für sie hat AVM jetzt ein neues Modell präsentiert, die Fritzbox 6590 Cable. Alternativ ist dann auch das bisherige Topmodell, die Fritzbox 6490 Cable frei im Handel verfügbar.

Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Fritzbox: AVM meldet einen erneuten Hackerangriff


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.