Neuer Dienst "Buzz": Google greift Facebook an
VON FRANZISKA BLUHM - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010 - 22:51Düsseldorf (RPO). Der Suchmaschinengigant Google macht jetzt sozialen Netzwerken Konkurrenz. Mit dem neuen Dienst „Buzz” (zu deutsch: Surren, Summen) ergänzt Google sein bestehendes E-Mail-Angebot um eine neue Funktion. Von nun an können Nutzer dort kurze Mitteilungen austauschen, ihren Freunden Fotos und Videos zeigen oder andere Dienste wie den Kurznachrichten von Twitter oder die Fotos von Flickr einbinden.
Nutzer können selbst entscheiden, ob diese Meldungen von ihren Freunden und Bekannten oder von allen gelesen werden können. Wer seine Kurznachrichten über ein Mobiltelefon verschickt, kann so seinem Umkreis auch seinen aktuellen Standort mitteilen.
Mit „Buzz” verfolgt das Internetunternehmen zweierlei. Einerseits ist der Dienst der erste ernsthafte Versuch in das Thema „Echtzeit-Vernetzung” einzusteigen. Andererseits muss Buzz als Reaktion verstanden werden auf den Versuch des sozialen Netzwerks Facebook, ins Nachrichten- und Mail-Geschäft einzusteigen. Facebook ist in den vergangenen Monaten stark gewachsen und wird mittlerweile weltweit von rund 400 Millionen Mitgliedern genutzt. Zuletzt hatten die Macher angekündigt, ihren Mitgliedern schon bald auch den Mail-Empfang und -versand zu ermöglichen. Damit würde sich das soziale Netzwerk zu einem umfassenden Kommunikationsdienst wandeln - ein Angriff auf Google.
Schon jetzt hat Facebook hat es geschafft, im Suchmaschinengeschäft zu einem ernstzunehmenden Rivalen von Google aufzusteigen. Millionen Nutzer suchen sich ihre Nachrichten mittlerweile nicht mehr nur bei Google, sondern direkt in dem sozialen Netzwerk. Und zwar nicht nur die Nachrichten, die ihr privates Umfeld betreffen, sondern auch die aus Politik, Wirtschaft und dem Vermischten. In den USA ist Facebook so bereits zur viertgrößten Nachrichtenlieferanten geworden nach Google, Yahoo und MSN.
Dass der neue Google-Dienst viele Facebook-Nutzer anlockt, bezweifeln Experten. Der wichtigste Grund: „Buzz” hinkt hinterher. Schon jetzt bieten eine Reihe anderer Online-Angebote noch bessere Kommunikationsmöglichkeiten an. Auch welche, die es ermöglichen, bestehende Dienste zu bündeln, um so einen Überblick über den größer werdenen Infostrom zu behalten.
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