| 13.16 Uhr

Recht auf Vergessen
Google löscht am häufigsten Facebook-Links

Google löscht nach Gerichtsurteil am häufigsten Links zu Facebook
Fast jeder zweite Antrag auf Löschung ist in Deutschland erfolgreich. 92.000 Links hat Google hierzulande bisher entfernt. FOTO: dpa, ped nic
Mountain View. "Das Internet vergisst nie", heißt es. Der Europäische Gerichtshof hat das mit einem Urteil gegen die Betreiber von Suchmaschinen geändert. Sie müssen seitdem Suchergebnisse auf Antrag entfernen. Jetzt legt Google dazu aktuelle Zahlen vor. Von Sascha Wandhöfer

Etwas mehr als 1,2 Millionen Links hat Google nach eigenen Angaben seit Ende Mai 2014 gelöscht. Seitdem können Privatpersonen beantragen, dass Suchergebnisse gelöscht werden, die auf Seiten verweisen, in denen sie erwähnt werden. Voraussetzung dafür: Sie enthalten zum Beispiel veraltete oder unzutreffenden Informationen über den Antragssteller - oder es besteht kein öffentliches Interesse an den Informationen. 

Google selbst nennt in seinem "Transparenzbericht" verschiedene Beispiele für Anträge. Erfolgreich war dieser Antrag aus Deutschland: "Wir haben ein Ersuchen von einem Lehrer erhalten, der vor mehr als zehn Jahren wegen eines geringfügigen Vergehens verurteilt wurde, einen Artikel über die Verurteilung zu löschen."

Nicht erfolgreich war hingegen dieser Antrag aus Ungarn: "Wir haben ein Ersuchen von einem hochrangigen Beamten erhalten, kürzlich veröffentlichte Artikel zu löschen, in denen über eine vor Jahrzehnten erfolgte Verurteilung berichtet wurde." 

Was das EU-Urteil für die Verbraucher bedeutet

Am häufigsten betroffen sind Links zu den sozialen Netzwerken, allen voran Facebook: 10.220 Suchmaschineneinträge, die zu Facebook führten, sind mittlerweile gelöscht worden. Außerdem finden sich unter den zehn am häufigsten betroffenen Seiten Twitter, Youtube und Google Plus.

Ob ein Antrag erfolgreich ist, wird von Einzelfall zu Einzelfall entschieden. Im Schnitt werden europaweit 42 Prozent aller beantragten Suchergebnisse gelöscht. In Deutschland liegt die Quote bei 48,2 Prozent. 91.866 Einträge sind hierzulande bereits gelöscht worden. Rein statistisch haben Luxemburger die besten Chance, dass ihr Antrag erfolgreich ist (51,9 Prozent). Besonders schlecht sind die Aussichten in Bulgarien (22,1 Prozent).

Über diese Seite können Sie einen Löschantrag stellen.

(RPO)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Google löscht nach Gerichtsurteil am häufigsten Links zu Facebook


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.