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Google verändert mobile Suche
Mobilegeddon - der Weltuntergang fällt aus

Google: Mobilegeddon - der Weltuntergang fällt aus
FOTO: dpa, mg lre cul
Meinung | Düsseldorf. Google sortiert seine Suchergebnisse um. Wer mit einem Smartphone die Suchmaschine benutzt, bekommt jetzt Webseiten bevorzugt angeboten, die für mobile Geräte optimiert sind. Die Aufregung ist groß: Einige vermuten, Google missbrauche seine Macht. Doch das "Mobilegeddon" ist kein Weltuntergang, sondern ein Missverständnis. Von Daniel Fiene

"Google straft Webseiten ab" oder "Warum nicht nur Chefs von Internetshops zittern" - die Aufregung um die jüngste Änderung des Algorithmus ist groß in Presse, Blogs und in der Netzszene. Unter dem Stichwort "Mobilegeddon" lassen sich in den sozialen Netzwerken viele hämische Kommentare finden. Gerne wird auf das drohende Verfahren der EU-Kommission verwiesen. Immerhin müssen unzählige Unternehmen jetzt ihre Webseiten aufwendig optimieren, um weiterhin gleich gut gefunden zu werden. 

Doch es ist falsch, Google niedere Beweggründe zu unterstellen. Es ist eine typisch europäische Sichtweise. Google wird falsch verstanden. Der Daten-Konzern tickt tatsächlich anders. Denn Google denkt bei dieser Änderung tatsächlich an eins: seine Nutzer. Wenn Google verspricht "die besten Suchergebnisse für seine Nutzer zu liefern", dann ist das nicht nur Marketing, sondern aufrichtig.

Fotos: Mit Google zu den Wahrzeichen dieser Welt FOTO: Google Maps

Wenn ein Nutzer nach einer Suchanfrage noch einmal zurück auf die Webseite kommt, um eine andere Webseite aus den Ergebnissen anzuklicken, ist das für Google eine Niederlage. Der Konzern möchte seine Ergebnisse so gut sortieren, dass er stets das beste Suchergebnis anbietet.

Das Kalkül: Je positiver das Erlebnis ist, desto häufiger suchen die Nutzer mit Google. Desto teurer lassen sich einzelne Werbeplätze anbieten. Allerdings bröckelt seit Jahren das perfekte Suchergebnis-Erlebnis: Die Menschen verbringen weniger Zeit mit Suchmaschinen, die Werbepreise bröckeln. Das hat auch etwas mit der mobilen Nutzung zu tun. Viele Suchergebnisse waren für mobile Nutzer schlicht unbrauchbar - warum also sollte Google die Mobiltauglichkeit einer Seite nicht in den Kriterienkatalog aufnehmen?

Die größten Google-Street-View-Lacher FOTO: meedia.de

Am Ende erweist Google nicht nur den Nutzern und sich selbst, sondern auch den "abgestraften" Unternehmen einen Gefallen. Wenn Nutzer versuchen, mit ihrem Smartphone nicht optimierte Webseiten aufzurufen, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass diese auch dort Geld ausgeben. Für die Unternehmen bedeutet die Änderung natürlich Aufwand, aber um in der mobilen Welt auch in Zukunft eine Rolle spielen zu können, ist es zwingend nötig, technisch auf dem neuesten Stand zu bleiben. Einige Unternehmen verstehen das von selbst. Einige brauchen dazu Google. 

(RPO)
 
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