Fehler beim Dienst Maps: Google ordnet Insel zweimal falsch zu
zuletzt aktualisiert: 16.11.2010 - 08:03Madrid (RPO). Google möchte immer möglichst neutral sein. Bei einer kleinen, von Spanien und Marokko beanspruchten Insel will dies im Dienst Google Maps einfach nicht gelingen. Erst wurde sie Marokko zugerechnet, dann Spanien, und inzwischen mal dem einen und mal dem anderen.
Wie brisant die Sache ist, zeigt sich darin, dass es wegen der unbewohnten und nur von ein paar Ziegen bevölkerten Insel, die bei den Spaniern Perejil und bei den Marokkanern Leila heißt, 2002 fast zu einem militärischen Konflikt kam.
Google-Sprecherin Marisa Toro erklärte, man habe im Juli erfahren, dass die Insel irrtümlich Marokko zugerechnet worden sei. Sie liegt ja auch nur 250 Meter von der Küste des Königreichs entfernt. Das geopolitische Team von Google in der Zentrale in Mountain View, Kalifornien, konsultierte dann internationale Gremien, darunter auch die Vereinten Nationen, und kam dann zu dem Ergebnis, dass die Insel ein umstrittenes Gebiet sei, das weder Spanien noch Marokko gehöre. Techniker nahmen dann die notwendigen Änderungen vor.
Seit Anfang vergangener Woche wird die Insel nun entweder Spanien oder Marokko zugeordnet, je nachdem welchen Suchbegriff man benutzt. Wie es dazu kommen konnte, war noch unklar. "Das ist unser Fehler, wir arbeiten daran, ihn zu beheben", sagte Toro.
Auch auf der anderen Seite des Atlantiks sieht sich Google mit einem Gebietsstreit konfrontiert. Nicaragua baggert einen Fluss in einem Gebiet aus, auf das auch der Nachbar Costa Rica Anspruch erhebt. Der nicaraguanische Beamte, der für das Projekt zuständig ist, erklärte, er habe Google Maps benutzt, als er entschieden habe, wo gebaggert werden solle.
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