Neuer Internetdienst: Google spendet zweite Identität
zuletzt aktualisiert: 09.07.2008 - 21:50Düsseldorf (RPO). Google will neue Wege erschließen. Mit „Lively“ soll eine kostenlose virtuelle Welt entstehen, in der die User flanieren und kommunizieren können. Das kommt Ihnen bekannt vor? Zurecht, denn schon vor fünf Jahren, was im Internetgeschäft eine halbe Ewigkeit ist, gab es ein ähnliches Projekt.
„Second Life“ war der Trend im Internet. Heute ist die 2003 gegründete Internetseite nicht mehr so stark besucht. Aus „Second Life“ ist ein „Second Graveyard“, ein Friedhof, geworden. Trotz zwischenzeitlich mehr als zwölf Millionen Mitgliedern. Der Trend ist tot.
Gerade jetzt startet Google ein ähnliches Konzept. Laut Sprecher soll das Programm „die Antwort auf die Internetwelt Second Life“, darstellen. Ist es dafür nicht viel zu spät? Google ist optimistisch. Der Unterschied zu „Second Life“ ist, dass „Lively“ mit den Webseiten, Blogs und MySpace-Seiten der User vernetzt werden kann. Ist es deshalb mehr als nur ein zweites „Second Life“?
Das „Second Life“ wurde zu seiner beliebtesten Zeit von zahlreichen Unternehmen genutzt, die eine Dependance im „zweiten Leben“ gründeten. Auch Politiker führten ihren Wahlkampf in der virtuellen Realität weiter. Nicolas Sarkozy ließ sich zum Beispiel einen Pixel-Klon basteln, der im Netz heftig für seine Kandidatur warb.
Diese Internet-Dienste sind eine Werbeplattform mit extrem hohen Potenzial. Da verwundert es nicht, dass Werberiese Google auf diesen (abge-)fahrenden Zug springen will.
Doch von offizieller Seite gibt es Entwarnung: Google habe zunächst noch keine Pläne für die Nutzung von "Lively" als Werbeplattform, sagte Google-Sprecherin Sara Jew-Lim dem "Wall Street Journal". Was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden.
Sehen Sie hier den ersten Vorgeschmack auf „Lively“.
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