Mundraub.org: Hier gibt es Gratis-Obst
zuletzt aktualisiert: 25.08.2010 - 14:59Düsseldorf (RPO). Jedes Jahr verderben zigtausende Früchte an herrenlosen, vergessenen oder unbeachteten Obstbäumen. Eine Initiative will damit Schluss machen: Auf der Internetseite Mundraub.org erstellen sie ein Gratis-Obst-Verzeichnis. Jeder kann mitmachen.
Alle Welt beschwert sich über hohe Obstpreise, dabei ist die Lösung doch so nah. Tausende Bäume tragen in diesen Wochen wieder reife Früchte - Mirabellen, Zwetschgen, Pflaumen, Kirschen, Äpfel und viele mehr. In den abgelegenen Ecken von Parks, an Landstraßen oder auf verlassenen Grundstücken schlummern ungeahnte Schätze.
"Wir möchten, dass kein herrenloses Obst mehr am Baum verrottet und machen deshalb Mundraub salonfähig", erklärt die Initiative Mundraub.org. Auf ihrer gleichnamigen Internetseite haben sie ein interaktives Kartenverzeichnis angelegt, auf der Jedermann seine Funde melden kann. Dabei muss es sich natürlich um Bäume handeln, die sich im öffentlichen Raum befinden und geerntet werden dürfen. Außerdem überprüft das Team jeden Eintrag.
Katharina Frosch und Kai Gildhorn kamen bei einer Paddeltour in Sachsen-Anhalt auf die originelle Idee. "Am Ufer standen jede Menge Büsche, Mirabellen und Zwetschgen hingen in den Fluss, die reifen Früchte fielen einfach ins Wasser", erzählte sie der "SZ". "Da kamen wir uns mit unseren Supermarkt-Äpfeln ganz komisch vor." Zurück in Berlin, starteten sie das Projekt Mundraub.org.
Was im August 2009 begann, ist seither kräftig gewachsen. Inzwischen sind über 1000 Bäume verzeichnet. An manchen Tagen bekommen die ehrenamtlichen Macher über 100 Zuschriften - und die Erntezeit steht vor der Tür.
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