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Internet über den Wolken
Telekom und Lufthansa investieren Millionen

Internet im Flugzeug: Lufthansa und Deutsche Telekom investieren
In den Eurowings-Maschinen der Lufthansa soll es bald Internetverbiundungen während des Fluges geben. FOTO: dpa, mm_rf kno lof
Frankfurt/Main. Schnelles Internet auf dem Kurzstreckenflug - das gab es bislang nicht. Das soll sich aber jetzt für den europäischen Luftraum ändern. Unter anderem Lufthansa und Telekom investieren in ein System, das Passagieren einen nahtlosen Internetzugang mit hoher Datenrate anbietet.

Schnelleres Internet über den Wolken ist das Ziel einer millionenschweren Investition, an der sich unter anderem die DAX-Konzerne Lufthansa und Deutsche Telekom beteiligen. Gemeinsam mit dem börsennotierten britischen Satellitenbetreiber Inmarsat soll ein System aufgebaut werden, das Passagieren während des Fluges einen nahtlosen Internetzugang mit hoher Datenrate bietet.

Dazu will die Telekom ein europaweites Netz von 300 Basisstationen nach dem modernen Digitalstandard LTE aufbauen, deren Signale mit denen des neuen Inmarsat-Satelliten kombiniert werden sollen. Erreichbar seien Datenraten von bis zu 75 Megabit pro Sekunde, kündigten die Unternehmen an. Telekom-Chef Timotheus Höttges bezifferte die Investition auf einen dreistelligen Millionenbetrag. In den Ländern, in denen man nicht über ein eigenes Netz verfüge, werde man mit Partnern zusammenarbeiten.

Lufthansa will ab dem kommenden Jahr zunächst satellitengestütztes Wlan an Bord seiner Europamaschinen anbieten und ab 2017 am Testflugprogramm für den LTE-Mix teilnehmen. Bislang gibt es nur auf der Langstrecke kostenpflichtige Internetverbindungen. Telefongespräche blieben aber auf einhelligen Wunsch der Passagiere an Bord verboten, kündigte Spohr an.

Kosten für Passagiere noch unklar

Es steht noch nicht fest, was die Kunden für den Service in Europa zahlen müssen. Das werde von der gebuchten Serviceklasse sowie vom persönlichen Meilen-Status abhängen, erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Zunächst sollen rund 180 Jets der Lufthansa-Airbus A320-Flotte mit neuen Antennen ausgerüstet werden. Dafür werde man etwa zwei Jahre brauchen. Das System werde zur Bordelektronik streng abgeschirmt.

Die Hybrid-Lösung soll laut Telekom auch anderen Fluggesellschaften angeboten werden. Inmarsat-Chef Andrew Sukawaty bezeichnete die Kombination von bodengestütztem LTE und seinen S-Band-Satelliten als Weltneuheit, die in sämtlichen 28 EU-Mitgliedstaaten angewendet werde. Der Europamarkt für Internet-Dienstleistungen in Flugzeugen werde bis 2024 auf ein Volumen von 5,2 Milliarden US-Dollar geschätzt.

In den USA ist seit Jahren ein schwächeres Hybrid-Netz mit dem alten Mobilfunkstandard 2G im Betrieb.

(dpa)
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