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Analyse aus Berlin: Internet-Jobbörsen der Arbeitsämter sind lückenhaft

zuletzt aktualisiert: 03.06.2003 - 17:57

Nürnberg/Berlin (rpo). Die Internet-Jobbörsen der Arbeitsämter sind lückenhaft. Von den im Mai gemeldeten 419.000 freien Stellen wurden nur 165. 000 in den Jobbörsen angezeigt. Das ergab eine Analyse der Freien Universität Berlin.

Dies berichtete der Sozialwissenschaftler Peter Grottian in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Damit seien nur 39 Prozent der offenen Stellen in der Online-Jobbörse enthalten.

Den Angaben Grottians widersprach die Bundesanstalt für Arbeit (BA). Es würden aktuell nicht 39 Prozent, sondern 66 Prozent aller freien Stellen in der Internet-Jobbörse angeboten, sagte BA-Sprecher Roland Schütz.

Grottian betonte, die Quote der angezeigten Stelle variiere dabei stark zwischen den Bundesländern. So seien in Sachsen-Anhalt nur 26 Prozent der freien Stellen im so genannten Stellen-Informations- System (SIS) der Arbeitsämter enthalten. In Brandenburg seien es 28 Prozent, in Hessen 44 Prozent, in Saarland 54 Prozent und in Bremen 59 Prozent, berichtete Grottian.

Im Gegenzug können sich der Studie zufolge auch Unternehmen nur einen begrenzten elektronischen Überblick über das aktuelle Arbeitsangebot verschaffen. Von den zum 1. Mai rund 4,49 Millionen Arbeitslosen habe das im Internet ansteuerbare Arbeitgeber- Informationssystem (AIS) nur 2,17 Millionen Jobsucher ausgewiesen. "Das heißt, dass 2,32 Millionen Arbeitslose für die Arbeitgeber verdeckt blieben", erläutert Grottian. Mit einer Quote von 48 Prozent angezeigter Arbeitskräfte schöpfe die Bundesanstalt selbst einfachste Möglichkeiten der Vermittlung nicht aus, kritisierte er.

BA-Sprecher Roland Schütz sagte, dass nicht mehr freie Stellen angeboten würden, sei auf die Wünsche mancher Unternehmen zurückzuführen. "Manche Arbeitgeber wollen lieber eine gezielte Vorauswahl der Bewerber durch die Arbeitsämter, damit ihnen die Arbeitslosen nicht die Bude einrennen", sagte Schütz. Umgekehrt sei nicht jeder Jobsucher mit seiner Platzierung in der Internet-Jobbörse einverstanden.


 
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