| 14.09 Uhr

Prozess in Köln
Das bedeutet das Foto auf dem Ordner des Reker-Attentäters

Internet-Meme "Success Kid": Das ist das "Ich hasse Sandburgen"-Kind
"Ich hasse Sandburgen" steht auf dem Aufkleber, der auf dem Aktenordner zu sehen ist. Daneben: Ein kleines Kind, das die Faust ballt. Das "Success Kid". FOTO: dpa, obe fdt
Düsseldorf. Im Prozess um das Attentat auf Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker fällt ein kurioses Detail auf: Der "Ich hasse Sandburgen"-Aufkleber auf dem Aktenordner, mit dem der Angeklagte sein Gesicht verdeckt. Wir erklären, was hinter dem wütenden Kleinkind steckt. Von Henning Bulka

Das Kleinkind mit dem grün-weißen Pulli, dem grimmig-überzeugten Blick und Sand in der Faust heißt Sam Griner. Aufgenommen wurde das Foto, das wohl zu den bekanntesten im ganzen Internet zählen dürfte, von seiner Mutter Laney im August 2007, als Sam 11 Monate alt war.


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Das Bild stellte sie auf der Foto-Plattform Flickr ein, wo es bereits 2008 von anderen Nutzern entdeckt und in ein Meme verwandelt wurde, also ein mit großer Begeisterung immer wieder in verschiedenen Kontexten viral geteiltes Foto. Die Geschichte des Memes ist auf der Plattform "Know Your Meme" dokumentiert.

Vom Sandburgen-Kind zum "Success Kid"

Teils wurde anfangs eine veränderte Version des Fotos verwendet, mit einem durch Bildbearbeitung eingefügten zweiten Kind im Hintergrund und dem Schriftzug "I hate sandcastles" ("Ich hasse Sandburgen"). Dieses Motiv ist es auch, das auf dem Aktenordner im Prozess zum Reker-Attentat zu sehen ist.


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Später wurde das Foto abgewandelt und in verschiedene Meme-Generatoren übertragen. Mit diesen Online-Werkzeugen können Nutzer selbst ihre eigenen Sprüche mit ihren Lieblingsbildern kombinieren. Sam wurde so vom Sandburgen-Kind zum "Success Kid". "Zu spät auf der Arbeit - der Chef kam noch später", heißt das folgende Beispiel etwa übersetzt.


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Das Motiv findet sich in verschiedenen abgewandelten Formen auf zehntausenden Fotos im Netz, mit unterschiedlichsten Sprüchen - aber auch immer noch im Original als "Ich hasse Sandburgen"-Aufkleber, wie jetzt im Reker-Attentat-Prozess auf einem Ordner des Angeklagten. Sam als "Success Kid" zählt mittlerweile zum kollektiven Bewusstsein des Internet.

Crowdfunding verhalf Sams Vater zu neuer Niere

Die enorme Internet-Bekanntheit von Sam als überzeugtes Kleinkind konnte sogar Gutes im echten Leben bewirken. 2015 startete die Familie von Sam eine Crowdfunding-Kampagne. Sams Vater Justin brauchte eine neue Niere - und für die Operation 75.000 Dollar. Im Netz machte die Nachricht schnell die Runde. Letztendlich konnte die Griner-Familie sogar 101.000 Dollar einsammeln.

In diesem Kontext tauchten auch Bilder auf, wie Sam Jahre nach seinem berühmten Foto aussieht: Älter und milder, aber vermutlich noch genauso überzeugt. Dass sein Foto jetzt im Kontext der Kölner Bluttat aufgetaucht ist, dürfte bei seiner Familie mindestens für große Verärgerung sorgen.  

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