Tierfutter-Skandal: iPhone-Apps erkennen Dioxin-Eier
VON NILS DIETRICH - zuletzt aktualisiert: 07.01.2011 - 18:40Düsseldorf (RPO). Der Skandal um mit Dioxin belastete Eier und Fleisch weitet sich täglich aus. Viele Verbraucher sind angesichts der andauernden Negativ-Nachrichten verunsichert. Mit Hilfe von iPhone-Apps und einer speziellen Internetseite können sie nun belastete Eier identifizieren.
Offenbar befindet sich bereits seit Monaten kontaminiertes Tierfutter im Umlauf, die Behörden haben rund 4.700 Betriebe gesperrt: Rund 3000 Tonnen mit kontaminiertem Tierfutter wurden seit März 2010 ausgeliefert. Wie viele verseuchte Tierprodukte letztlich im Handel und auf deutschen Mittagstischen landeten, kann Niemand mit Sicherheit sagen. Immer mehr Verbraucher gehen auf Nummer sicher und verzichten auf Eier, der Absatz ist spürbar zurückgegangen.
Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, Eier auf eine mögliche Belastung mit dem krebserregenden Dioxin zu identifizieren. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Codes der Eier, die aus betroffenen Betrieben stammen, veröffentlicht. Der händische Abgleich der Nummern ist jedoch nicht ganz nutzerfreundlich.
Erzeugercodes auf Eiern
Die erste Stelle der Stempelnummer weist auf die Art der Hühnerhaltung hin: Die 1 steht hier für die Haltung im Freiland, die 2 für Bodenhaltung und die 3 für Käfighaltung. Handelt es sich bei der ersten Ziffer des Stempels um eine 0, weist dies auf Eier nach ökologischen Kriterien hin. Nach der ersten Ziffer folgen die Kürzel für die Länder, wobei DE für Deutschland steht.
Es geht auch einfacher: Auf der Internetseite Dioxinei.de können Verbraucher prüfen, ob ihre Eier auf dem Index stehen. Hierfür muss nur der Code auf dem Ei eingegeben werden. Noch praktikabler sind spezielle Apps für das iPhone. Der Betreiber von Dioxinei.de erklärte auf Anfrage, dass spätestens am Samstag ein entsprechendes Programm im App-Store angeboten werden wird.
Die Apps ermöglichen dem Verbraucher, noch vor dem Kauf im Supermarkt eine Überprüfung durchzuführen. Die kostenlose Applikation Barcoo ist bereits verfügbar. Eigentlich scannen die Nutzer des Programms den Strichcode auf Verpackungen um die Lebensmittelampel, Testberichte oder Nachhaltigkeitsinformationen abzurufen. Nun hat der Anbieter das Programm entsprechend erweitert. Wer die App auf seinem Mobiltelefon installiert hat, tippt einfach den auf jedem Ei aufgedruckten Erzeugercode ein und erhält Infos zur möglichen Dioxinbelastung.
Die Apps und Internetangebote haben die Informationen der Landesbehörden und der Verbraucherzentrale in ihre Daten eingepflegt. Dort sind jedoch nur die Erzeuger aufgelistet, die den Ermittlern bereits bekannt sind. Wer sicher sein und sich das technische Prozedere sparen will, sollte Bio-Eier mit der Kennung "0" kaufen. Mischfette dürfen bei diesen Produkten gar nicht verwendet werden.
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