Jahrestag der islamischen Revolution: Iran schränkt offenbar Zugang zu Google Mail ein
zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 06:50San Francisco (RPO). Der Iran will offenbar
den Zugang seiner Bürger zum E-Mail-Dienst von Google einschränken. Stattdessen soll augenscheinlich in Kürze ein einheimischer Dienst eingeführt werden. Ein Google-Sprecher erklärte am späten Abend, der E-Mail-Verkehr im Iran sei deutlich zurückgegangen.Die Zeitung "Wall Street Journal" berichtete am Mittwoch, die Telekommunikations-Behörde in Teheran habe ankündigt, den Zugang zu Google Mail auf Dauer zu kappen. Die Google-Netzwerke selbst funktionierten einwandfrei, sagte der Sprecher. Den Zeitungsbericht bestätigte er nicht. Einige Benutzer berichteten zudem von Schwierigkeiten, auf ihre Post zuzugreifen. Eine Stellungnahme der iranischen Regierung war in der Nacht nicht zu erhalten.
Das US-Außenministerium konnte die Angaben zunächst ebenfalls nicht bestätigen. Ein Sprecher in Washington sagte jedoch, entsprechende Zensurversuche seien zum Scheitern verurteilt. "Virtuelle Mauern werden im 21. Jahrhundert nicht besser funktionieren als es physische Mauern im 20. Jahrhundert taten", sagte er.
Während der Proteste gegen die konservative iranische Regierung hatten Kritiker regen Gebrauch von Internet-Diensten wie Google Mail und Twitter gemacht. Heute (Donnerstag) findet im Iran der Jahrestag der Islamischen Revolution statt. Oppositionsführer haben ihre Anhänger aufgefordert, auf die Straße zu gehen.
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