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Studie
Junge Muslime nutzen Facebook als Diskussionforum

Tipps gegen fiese Facebook-Fallen
Tipps gegen fiese Facebook-Fallen FOTO: Screenshot
Münster (RPO). Immer mehr Muslime diskutieren einer wissenschaftlichen Untersuchung zufolge im Internet über ihre Religion. Ein zentrales Thema dabei ist die Frage, wie Muslime in westlichen Ländern nach den Regeln des Islam leben können. 

Daneben gehe es etwa um die Rolle der Frau im Islam oder um die Frage, "wie viel Religionsfreiheit angesichts von Debatten um Kopftuch, Burka und Minarett in Europa tatsächlich herrscht", erläuterte die Politologin Daniela Schlicht am Montag in Münster.

In den sozialen Netzwerken finde sich eine große Vielfalt, so Schlicht. Die Bandbreite umfasse Traditionelle und Liberale, darunter auch Konvertiten. Das habe es so zuvor nicht gegeben.

Besonders groß sei der Diskussionsbedarf unter jungen deutschen Muslimen. Anders als etwa in England, wo der Islam schon selbstverständlicher zur Gesellschaft gehöre, werde hierzulande besonders oft über Islam und Islamismus gechattet. "Die intensive Debatte in Deutschland zwingt junge Muslime regelmäßig dazu, Stellung zu ihrer Religion beziehen", so die Forscherin.

Verfassungsfeindliche Meinungen werden abgelehnt

Einigkeit herrsche in den Foren darüber, dass ein Muslim in dem Land, in dem er lebt, sich "einzubringen hat und Vorbild für andere Muslime sein soll". Dabei fragten junge Menschen immer wieder danach, inwiefern sie Teil der Gesellschaft sind und wie ihre Religion in den deutschen Staat passt. Auch würden verfassungsfeindliche Meinungen "fast einstimmig" abgelehnt und nicht selten von der Internetgemeinschaft ausgebremst.

Schlicht hatte in ihrer Studie für den Forschungsverbund "Religion und Politik" an der Universität Münster den Angaben zufolge mehr als 1.000 Facebook- und Studi-VZ-Debatten ausgewertet. Daran hatten sich gut 2.500 Muslime aus Deutschland und England beteiligt.

(KNA)
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