Total absurde Community: Katzen sind der neue Web-Kult
zuletzt aktualisiert: 01.02.2008 - 21:07Düsseldorf (RPO). Früher gab es Pigeon-Englisch. Da wurde Deutsch 1:1 quasi ins Englische übersetzt, und die Deutschen hatten ihren Spaß. Mittlerweile hat die ganze Welt ihren Spaß, und das liegt an Katzen-Englisch.
Die absurde Idee eines arbeitslosen US-Programmierers wurde zum Erfolg. Er stellte vor rund einem Jahr Fotos von umwerfend niedlichen, schrägen, hässlichen oder komischen Katzen auf seine Website und versah sie mit einem Englisch, die jedem Lehrer einen kalten Schauer über den Rücken jagt.
Kryptisch und bis zur Unkenntlichkeit entstellt, feiern Sprüche oder halbe oder ganze Sätze ein fröhliches Miteinander. Dazu grüßen Katzen und Kätzchen treuherzig den Betrachter; sie können eigentlich gar nichts dafür, dass sie zum neuen Internet-Kult geworden sind.
Der Spaß ging erst richtig los, als Katzensprachen-Erfinder Eric Nakagawa eine Community aus der Website machte. Seitdem ist ein schier abenteuerliches Schneeball-System aus der Geschichte geworden. Alle schicken ihre verrückten Katzen-Fotos (teilweise mit Hunden oder Hamstern) zu Eric, der hauptberuflich davon leben kann, die besten auszuwählen und auf http://icanhascheezburger.com/ zu setzen.
Der Name dieser Seite sagt alles aus: „Ich kann hat cheezburger“ - das ist schon an sich albern genug. Um die 200.000 Aufrufe zählt die Website täglich und ist jetzt über Werbung zu finanzieren.
Für die Texte gibt es nur grafische Vorschriften. Jeder Satz oder Spruch muss mit einem weißen Schrifttyp ohne Serifen mit schwarzem Rand verfasst sein, etwa Arial. Ansonsten gilt für das Katzen-Geschwätz: Alles ist erlaubt, Hauptsache es läuft der Grammatik streng zuwider. Falsche Fälle, Rechtsschreibfehler, Akronyme aus der SMS-Sprache werden genommen. Ist das Kätzchen dann noch süß genug, hat der Einsender gute Chancen, bei Eric Nakagawa Gnade zu finden.
Sehen Sie hier die neuen Kult-Katzen.
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