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Marathon-Anhörung vor Gericht
Kim Dotcom bestreitet Urheberrechtsverletzung

Kim Dotcom bestreitet Urheberrechtsverletzung
Kim Dotcom während der Verhandlung vor dem Gericht in Auckland, Neuseeland. Das Bild stammt von Oktober 2015. FOTO: dpa, jc ms kde
Wellington. Die Anhörung über eine Auslieferung des umstrittenen deutschen Internetunternehmers Kim Dotcom an die USA ist am Dienstag in der neuseeländischen Stadt Auckland nach zehn Wochen zu Ende gegangen. Dotcom weist alle Vorwürfe zurück.

Richter Nevin Dawson vom Bezirksgericht im neuseeländischen Auckland hat sich nun zur Urteilsfindung zurückgezogen, wie das Gericht mitteilte. Wann die Entscheidung gegen den Gründer der Onlineplattform Megaupload verkündet werde, müsse noch festgelegt werden. Dawson muss nicht über eine mögliche Schuld von Dotcom und drei weiteren Beschuldigten befinden, sondern lediglich entscheiden, ob die Anschuldigungen stichhaltig genug für eine Auslieferung sind.

Die Anhörung hatte ursprünglich nur vier Wochen dauern sollen, zog sich allerdings deutlich in die Länge. Im Falle einer Auslieferung drohen Dotcom in den USA bis zu 20 Jahre Haft wegen Urheberrechtsverletzungen, Betrugs und Geldwäsche. Die US-Justiz will den 41-Jährigen, der mit der Tauschbörse Megaupload ein Vermögen verdiente, den Prozess machen, weil er für die großflächige Weiterverbreitung von Internet-Inhalten ohne Berücksichtigung der Urheberrechte verantwortlich gemacht wird.

Nach Berechnungen der US-Behörden soll Megaupload dadurch einen Gewinn von 175 Millionen Dollar (gut 153 Millionen Euro) gemacht haben, während die Hersteller von Filmen, Musik und Software Verluste von 500 Millionen Dollar verzeichneten. Die US-Bundespolizei FBI stuft Dotcoms Aktivitäten als größten Fall von Urheberrechtsverletzung in der Geschichte des Landes ein.

Dotcom weist alle Vorwürfe zurück und wirft der US-Justiz vor, auf Betreiben der mächtigen Hollywood-Studios aktiv geworden zu sein. Die Anschuldigungen der US-Behörden seien "unseriös, bösartig und unethisch", schrieb Dotcom am Dienstag im Kurznachrichtendienst Twitter.

(lsa/AFP)
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