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Digitalzentren
Klotzen statt kleckern bei der Digitalisierung

Digitalzentren: Klotzen statt kleckern bei der Digitalisierung
FOTO: dpa, Arno Burgi
Meinung | Berlin. Der Minister hat einen raffinierten Weg gefunden, um sich Streit um Fördermillionen für geplante neue Digitalzentren vom Hals zu halten. Damit Köln nicht leer ausgeht, wird es nun sechs statt fünf Zentren geben. Was ist davon zu halten? Von Reinhard Kowalewsky

Im Prinzip ist es richtig, wenn NRW die Zahl die Zahl künftiger Digitalzentren zur Verknüpfung von Traditionsfirmen und Mittelstand mit digitalen Startups einfach von ursprünglich geplanten fünf auf sechs erhöht: Es geht maximal um 2,5 Millionen Euro an Mehrausgaben gegenüber der alten Planung – gemessen an der Bedeutung der Digitalwirtschaft für die Zukunft Deutschlands und von NRW sind das "Peanuts".

Und es mutet fast schon seltsam an, wenn Landeswirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) betont, er brauche keinen höheren Etat wegen des zusätzlichen Zentrums in Köln – das jährliche Budget von NRW liegt mit 69,6 Milliarden Euro rund 28.000mal so hoch wie die Kosten eines Verbindungsbüros in fünf Jahren, alleine für die Subvention der Steinkohle gibt NRW dieses Jahr 165 Millionen Euro aus.

Diese Relationen muss man kennen, um die Ausgaben für sinnvoll zu halten: Es ist besser bei der Digitalisierung zu klotzen statt das Geld mit Kohlesubventionen weiter zu vergraben. Dies sollte Duin auch offensiv vertreten. Trotzdem sind die neuen Büros nicht ohne Risiko: Richtig ist die Grundidee, ideenreiche Jungunternehmer mit Traditionsunternehmen zusammenzuführen.

Wenn da in Düsseldorf Vodafone als Partner mitmischt, ist das ein guter Ansatz, ebenso die Mitarbeit von erfahrenen Leuten aus der Venture-Capital-Szene. Es könnte also mit relativ wenig Geld viel unternehmerischer Elan in Bewegung gebracht werden.

Gleichzeitig droht eben wie bei jedem staatlich geförderten Projekt, dass Subventionsgelder eingestrichen werden, ohne dass viel dabei herauskommt. Darum ist auch richtig, dass die Jury insbesondere beim Kölner Antrag fordert, dass die geplanten Projekte und die Beteiligten konkreter formuliert werden. Die Stadt ist Zentrum der Gründerszene in Köln- da liegt eine Verknüpfung mit Traditionsunternehmen schon nahe.

(rky)
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