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Kolumne Total Digital
Erst Denken, dann Klicken

Kolumne Total Digital: Fake-News - Erst Denken, dann Klicken
FOTO: dpa, nau toh
Düsseldorf. Wenn Sie die nächsten Tage auf Facebook unterwegs sind, werden Sie diese Box nicht übersehen: "Tipps zum Erkennen von Falschmeldungen" ist dort zu lesen. An der prominenten Stelle, wo Facebook uns sonst Freundschaftsjubiläen und Jahrestage unter die Nase hält, geht es erstmals politisch zu. Von Daniel Fiene

Aufklärung der Nutzer gegen Fake News. Eine Sorge treibt mich aber um: dass wir Nutzer dieses Thema nicht ernst genug nehmen. Pünktlich zum Start der heißen Wahlkampfphase im NRW und rechtzeitig vor der Bundestagswahl gehen Facebook und Google zum Gegenangriff gegen Falschnachrichten über. Sie suchen Verbündete in den Medien, in der Wissenschaft und starten und unterstützen Initiativen, und lassen sich das richtig viel Geld kosten. Die Motivation ist ohne Zweifel keine freiwillige. Der Druck durch die Presse und Politik ist weltweit groß. Die deutsche Öffentlichkeit hat ihren Teil überdurchschnittlich dazu beigetragen. Einzelne Gesetzesinitiativen wirken auf mich gar wie Aktionismus.

Doch die ganzen Bemühungen sind umsonst, wenn wir einzelne nicht mitziehen. Das Bewusstsein ist zumindest schon mal da.. Eine repräsentative Umfrage durch das Meinungsforschungs-Startup Civey hat mich sehr erstaunt: 61% der Befragten befürchten eine gezielte Beeinflussung der Bundestagswahl durch Falschnachrichten. 37% sehen die Gefahr nicht. Schaut man sich das Ergebnis nach Parteien an, wird es spannend: Unter den Grünen-Wählern gibt es mit 83% die größte Angst vor den Fake News. Ausgerechnet AFD-Wähler machen sich mit 36% die wenigsten Sorgen. Das Problem: Grundsätzlich ist das Bewusstsein rund um Fake News vorhanden, aber wir Nutzer sehen die Politik, Facebook und Google in der Pflicht.

Selbst kluge Menschen bewegen sich im Netz naiv

Ich bin immer wieder erschrocken, dass selbst gut gebildete Menschen Blödsinn im Netz teilen. Sei es ein Kettenbrief auf WhatsApp oder ein Widerspruch gegen die AGB auf Facebook. Selbst kluge Menschen bewegen sich im Netz naiv. Spätestens mit der zu beobachtenden Politisierung von Falschnachrichten wird das zum Problem. Hier ist jetzt jeder Einzelne gefragt. Ich bitte Sie: Überlegen Sie genau bevor Sie eine Geschichte teilen, ob die realistisch ist. Ist die Quelle seriös? Berichten mehrere Medien über das Thema? Wer über eine Meldung verblüfft ist, und denkt, er habe das doch schon immer gewusst, wird nicht selten feststellen am Ende das Opfer einer Falschnachricht geworden zu sein.

Doch selbst wenn Sie keine Fake Nachrichten teilen, werden es Ihre Freunde tun: Entfreunden oder blocken Sie nicht. Klären Sie auf und kommentieren Sie. Das ist manchmal anstrengend und ermüdend. Doch wenn nicht alle helfen, machen wir es den Absendern der gezielten Falschnachrichten zu leicht. Die Politik, Google und Facebook machen gerade ihre Hausaufgaben. Wir auch?

 
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